Workshop, Nachbearbeitung

After Effects 5, Teil 8: Zeitspielereien

Mittwoch, 19. Dezember 2007: Auch im Videobereich gibt es Trends. Vor allem in der Werbung und in Videoclips lässt sich das gut beobachten. In Mode sind momentan extreme Wechsel von Zeitlupe zu Zeitraffer und zurück zu Normalgeschwindigkeit. Wie einfach Vergleichbares in After Effects zu realisieren ist, lesen Sie im Folgenden.

Um die Funktionen in After Effekts auszuprobieren können Sie einen beliebigen Clip aus Ihren Videoaufnahmen verwenden – nur kurz sollte er sein – sonst verliert man schnell den Überblick. Optimal sind ungefähr 30 Sekunden Videomaterial. Bewegen sollte sich auf dem Bild natürlich auch etwas – idealerweise die Kamera, denn die Zeitverzerrungseffekte wirken besonders gut bei Kamerafahrten.

Legen Sie eine neue Komposition an. Importieren Sie Ihren Clip in das Projektfenster und ziehen Sie es anschließend auf den linken Teil der Zeitleiste. Klicken Sie einmal auf den Eintrag in der Zeitleiste, damit dieser aktiviert erscheint und wählen Sie im Menü „Ebene“ den Unterpunkt „Zeitdehnung…“. Im sich daraufhin öffnenden Fenster können Sie den Dehnungsfaktor prozentual angeben. Geben Sie hier „300%“ ein. Der Clip wird nun also auf das Dreifache seiner ursprünglichen Länge gedehnt. Alternativ können Sie auch, in dem Feld darunter, die neue Dauer direkt eingeben. In der Sektion „Position halten“ lässt sich einstellen, in welche Richtung der Film in der Zeitleiste verlängert wird. Bei „In-Point der Ebene“ wächst er nach rechts an, während der Anfang an seinem Platz bleibt. Umgekehrt verhält es sich bei „Out-Point der Ebene“. Hier bleibt das Ende an seinem Platz, während der Rest nach links verschoben wird. Möchte man einen bestimmten Teil in der Mitte des Clips an seiner zeitlichen Position belassen, muss vor dem Aufruf der Funktion „Zeitdehnung…“ die Markierung in der Zeitleiste an diese Stelle gesetzt werden und dann der Schalter „Aktueller Frame“ angeklickt werden. In unserem Falle genügt die erste Variante „In-Point der Ebene“. Bestätigen Sie Ihre Eingaben mit einem Klick auf „OK“. Wenn Sie nun eine Voransicht berechnen lassen, können Sie den Grad der Verlangsamung beurteilen.

Das Resultat wirkt natürlich etwas ruckelig, da die Einzelbilder, aus denen die Sequenz besteht, nun dreimal länger angezeigt werden. Um dem abzuhelfen verwendet man die Frame-Überblendung, allgemein auch als „Frame Blending“ bekannt. In After Effects können Sie für jede Spur einzeln bestimmen, ob die Frame-Überblendung aktiviert sein soll. Klicken Sie in der Zeitleiste, wie im Bild zu sehen, auf das Feld unter dem „Frame-Überblendung“-Symbol. Erscheint hier ein Häkchen, ist die Funktion für die Spur aktiviert. Um in der Voransicht einen Eindruck von der Wirkung zu bekommen muss auch hier explizit die Frame-Überblendung angeschaltet werden. Klicken Sie dazu am besten im Kompositionsfenster auf den Pfeil, der am rechten oberen Rand zu sehen ist. Im sich daraufhin öffnenden Menü wählen Sie den Punkt „Frame-Überblendung aktivieren“. Wenn Sie nun eine Vorschau berechnen lassen, sollte Ihnen ein deutlicher Unterschied auffallen. Anstatt ein Einzelbild längere Zeit anzuzeigen wird das darauf folgende weich eingeblendet, darauf dann wieder das nächste und so weiter. Hiermit wirken in der Zeit verlangsamte Bewegungen wesentlich flüssiger. Mit beschleunigten Aufnahmen funktioniert die Frame-Überblendung ebenfalls. Hier fallen ja auf jedes resultierende Einzelbild mehrere Ausgangsbilder an. Anstelle die überflüssigen Bilder einfach wegzulassen – was einen Effekt hervorrufen würde, wie Aufnahmen, die mit einem Sportshutter gemacht wurden – werden hier die Ausgangsbilder zusammengerechnet. Es entsteht wieder Bewegungsunschärfe und somit ein wesentlich flüssigerer Bewegungseindruck.

After Effekts bietet aber auch die Möglichkeit den Grad der Verlangsamung oder Beschleunigung kontinuierlich zu verändern. Dazu muss im Menü „Ebene“ der Unterpunkt „Zeitverzerrung aktivieren“ ausgewählt werden. In der Zeitleiste erscheint daraufhin ein neuer Eintrag mit der Bezeichnung „Zeitverzerrung“. Erweitern Sie diesen Eintrag, indem Sie auf das dazugehörige Pfeilsymbol klicken. Es erscheint eine grafische Darstellung des Zeitverlaufs. Auf den ersten Blick verwirrend, ist es doch möglich sich schnell zurechtzufinden, denn auch hier wird, wie in anderen Animationsfunktionen der Zeitleiste, auf die Keyframe-Technik zurückgegriffen. Zwei Keyframes sind standardmäßig schon gesetzt. Der für den Anfang, und der für das Ende der Sequenz. Beiden Keyframes ist jeweils eine genaue zeitliche Position zugeordnet. Diese wird, wenn die Keyframes verschoben werden, quasi mitgenommen. Versetzen Sie versuchsweise beide Keyframes nach innen. Der resultierende Clip beginnt nun mit einem Standbild, bis der erste Keyframe erreicht ist. Daraufhin wird der Clip schneller abgespielt, damit er noch komplett zwischen die beiden Keyframes passt. Wenn der zweite Keyframe erreicht ist, wird – Sie werden es schon ahnen – das letzte Bild so lange angehalten, bis das Ende des ursprünglichen Clips erreicht ist.

Bewegen Sie die Zeitmarke in die Mitte Ihres Clips. Klicken Sie nun in der Zeitleiste rechts neben dem Eintrag „Zeitverzerrung“ in das oberste Timecode-Feld. Durch Bewegen des Mauszeigers nach links oder rechts können Sie diesen Wert verändern. Gleichzeitig haben Sie an der Stelle der Zeitmarke einen neuen Keyframe erzeugt. Dieser legt fest, welche zeitliche Position der Film an dieser Stelle haben soll. Geben Sie hier einen Wert ein, der relativ nahe am Anfang liegt, so wird der erste Teil des Films sehr langsam abgespielt werden, der Rest dann umso schneller, quasi um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Um den Übergang nicht zu abrupt zu gestalten können die Kurven mit Hilfe kleiner Anfasser in die richtige Form gebracht werden. Die obere der beiden Kurven beschreibt dabei die Bewegung, die untere die Geschwindigkeit. Setzen Sie noch weitere Keyframes und Sie können Ihren Filmclip beliebig verzerren.

Adobe Multimedia Software im Preisvergleich bei idealo.de.




Leserkommentare
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*



CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*