Bericht, Nachbearbeitung

Boris Continuum Complete

Donnerstag, 27. Februar 2003: Die Softwareschmiede Boris FX Inc. in Boston, USA, führte in Deutschland bisher eher ein Schattendasein. Das aber zu Unrecht, denn viele Anwender von Final Cut Pro, Media 100 und Avid Xpress DV arbeiten wahrscheinlich regelmäßig mit deren Programmen für Spezialeffekte (Boris FX) und Titelanimationen (Boris Graffiti oder Calligraphy). Plug-Ins für Schnittprogramme sind eine Spezialität von Boris, ebenso wie die Filtersammlung Boris CONTINUUM COMPLETE, die wir hier vorstellen.

Plug-Ins bieten gegenüber externen Anwendungen einen entscheidenden Vorteil: Das Nachbearbeitungsprogramm muss nicht verlassen werden, und man kann mit seinen gewohnten Werkzeugen arbeiten. Die Plug-In Sammlung BORIS CONTINUUM COMPLETE gibt es sowohl auf dem Windows- als auch auf dem Macintosh Betriebssystem für After Effects, Premiere, Final Cut Pro, Avid Xpress DV, Media 100, Pinnacle (die Schnittprogramme für den professionellen Gebrauch, ab Edition DV), Incite, Speed Razor und DPS Velocity. Getestet haben wir die Plug-Ins in den Varianten für After Effects, Final Cut Pro und Avid Xpress DV, und vor allem bei den letzten beiden können diese Plug-Ins die Frage aufwerfen, ob man überhaupt noch ein zusätzliches Effekt-Programm wie Adobe After Effects benötigt.

 

Die Installation ist denkbar einfach, und nach dem Öffnen des Programms findet man 78 Plug-Ins, geordnet in 6 Kategorien, in seinem Effekt-Ordner. „Colors and Blurs“ enthält Filter zur Verfremdung und Bearbeitung von Farben, Schärfen, dazu einige für die Bildkorrektur. „Distortion and Perspective“ bietet Filter, um die Clips in Partikel aufzulösen, an dreidimensionale Formen anzupassen, sowie Plug-Ins für das 3D-Compositing. Hinter „Effects“ verbergen sich Spezialeffekte, die hauptsächlich mit Alpha-Masken arbeiten. Mit „Generators“ kann man der Natur etwas auf die Sprünge helfen. Ein ganzes Set von Plug-Ins beschäftigt sich nur mit „Keys und Mattes“, und „Time“ widmet sich der Verfremdung und Bearbeitung der zeitlichen Parameter eines Clips.

 

Einige dieser Effekte sind schon in den Schnittprogrammen, für die sie gedacht sind, enthalten; das gilt besonders für After Effects 5.5. Alle Plug-Ins sind aber mit so umfangreichen Einstellmöglichkeiten ausgestattet, dass man auch bei den doppelten Filtern mit einer Zeitersparnis rechnen kann. Dazu trägt besonders die „Pixel Chooser“ Funktion bei, die in fast allen Filtern integriert ist und auch als einzelner vorliegt. Damit sind bestimmte Regionen und Kanäle für einen Effekt auswählbar, sodass sich diese in der Wirkung einfach begrenzen lassen.

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