Videofilmen, Workshop
Der Licht-Workshop, Teil 1
Donnerstag, 06. März 2003: Ohne Licht geht nichts. Dieses einfache Prinzip gilt nicht nur für das Leben auf der Erde, sondern auch für die fotografische, filmische oder elektronische Aufzeichnung von Bildern. Bei einer Videokamera wird das Licht von den Linsen des Objektivs gebündelt und auf ein Prisma geworfen. Dort wird es dann in seine Farbspektren zerlegt und auf einen oder drei CCD-Chips geleitet, der das Licht in elektronische Signale umwandelt.
Der Umgang mit der Belichtung (welche Mengen des Lichtes die Blende passiert) ist entscheidend für die Ästhetik der Videoaufnahmen. Im Gegensatz zu einer großen Spielfilmproduktion hat man bei einer Videoproduktion selten die Möglichkeit, dem vorhandenen Licht mit unzähligen Lampen auf die Sprünge zu helfen. Bei der Fernsehberichterstattung muss hier meistens eine Handlampe oder ein Lichtkoffer mit drei Lampen ausreichen.
Schon kleine Hilfsmittel und der richtige Umgang mit der natürlichen Lichtsituation können enorm dazu beitragen, die Bilder und deren Ästhetik zu optimieren. Einige Tricks, wie Sie mit den vorhanden Lichtbedingungen arbeiten können und was eine Styroporplatte dazu beitragen kann, haben wir hier zusammengefasst.
Eine gute Planung ist entscheidend!
Schon bei der Planung eines Motivs können Sie Problemen aus dem Weg gehen, indem Sie die natürlichen Lichtbedingungen berücksichtigen, wie z.B. die Wetterbedingungen und den Sonnenstand. Informieren Sie sich vor einem Drehtag, ob es ein sonniger Tag wird oder ob der Himmel wolkenverhangen sein wird. An einem bewölkten Tag bleiben die Lichtbedingungen relativ konstant, die Kontrastverhältnisse sind gering und die Schatten weich. Mit wechselhaften Lichtbedingungen hat man dann weniger zu kämpfen, dafür wirken die Bilder häufig flach und zu kontrastarm.
Ein sonniger Tag bietet dagegen meist zu starke Kontraste für eine Videokamera und man muss Abstriche bei der Belichtung machen. Einige Bildteile werden absaufen oder überstrahlen, je nachdem, ob sich das Hauptmotiv in der Sonne oder im Schatten befindet. Stellen Sie Ihre Belichtung auf das Hauptmotiv ein und denken Sie daran, dass dieses Problem meist schon behoben werden kann, indem man einen engeren Bildausschnitt wählt, da dort nicht so viel Umgebung zu sehen ist. Vielleicht lässt sich eine Szene so in mehrere enge Bildausschnitte auflösen, die man dann im Schnitt zusammenfügt. Berücksichtigen Sie den Sonnestand. Vermeiden Sie es, in der Mittagssonne zu drehen, denn hier sind die Schatten kurz und besonders hart.


