Workshop, Audiobearbeitung

Der Ton macht den Film

Dienstag, 18. Dezember 2007: Für viele Hobbyfilmer spielt der Ton eine untergeordnete Rolle. Dabei gehören Bild- und Tondaten zusammen, wie die Henne und das Ei. Vielleicht wissen Sie aus eigener Erfahrung, wie ein alter Film, dessen Tonaussteuerung miserabel ist mit der Zeit auf die Nerven geht und man die Lust am Ansehen verliert. Oder Sie sind schon einmal in den Genuss einer Fernsehsendung gekommen, in der Ton und Bild einfach nicht miteinander harmonisierten. Spätestens dann bemerken Sie, wie wichtig für einen guten Film der richtige Ton ist.

Gleichwertig – Bild und Ton
Bild und Ton spielen eine gleichwertige Rolle bei der Entstehung eines Videofilms. Der Ton unterstützt das Bild und das Bild begleitet den Ton. Mit dem richtigen Ton erhalten Bilder differenzierte Aussagen. Der Ton kann ein Bild ergänzen, unterstreichen, abschwächen oder Akzente setzen, er kann harmonisch mit dem Bild verschmelzen oder aber auch dramaturgisch das Gegenteil erzeugen. Versetzen Sie sich in eine Szene, in der Sie ein Liebespaar in einer harmonischen Landschaft auf dem Bildschirm sehen. Eine weiche, sanfte Musik ist unterlegt – dem Betrachter wird dadurch Harmonie suggeriert. Die gleiche Szene mit einer unharmonischen Musik unterlegt, versetzt den Betrachter dagegen in eine Spannung, er erwartet etwas Unheilvolles.

Die fünf Hauptelemente der Vertonung

Für die Vertonung eines Videofilms spielen fünf Elemente eine wichtige Rolle:

Der O-Ton
Der Originalton (in der Fachsprache einfach OTon) wird meist direkt an den Originalschauplätzen mit dem Camcorder und dem integrierten Mikrofon aufgenommen. Jeder Videofilmer, der in ein gutes externes Mikrofon (siehe Artikel im nächsten Camgaroo Magazin) investiert, vorausgesetzt der Camcorder verfügt über einen Mikro-Eingang, wird durch eine erheblich bessere Tonqualität des O-Tons belohnt und spart sich später in der Nachbearbeitung unter Umständen jede Menge Arbeit. Der Originalton ist für dokumentarische Filme besonders wichtig und trägt zur größeren Authentizität des Videomaterials bei. Der Großteil der Hobby- Videofilme lebt ausschließlich vom O-Ton und gibt aufgezeichnete Erlebnisse wieder, vom Familien- Urlaub bis zur Hochzeits- oder Geburtstagsfeier. Deshalb sollte man der Aufzeichnung des O-Tons besonders viel Aufmerksamkeit entgegenbringen.

Der Kommentar
Ein Kommentar kann die Bildinformationen des Videos ergänzen oder unterstreichen und verknüpft Bildpassagen zu einer informativen Einheit. Oft entsteht durch den Wechsel vom Originalton zum Kommentar ein Spannungsfeld zwischen Live- Charakteristik und distanzierter Hintergrundberichterstattung. Eine Verknüpfung von O-Ton und Kommentar wird z.B. in Zusammenhang mit Live-Interviews angewandt. So erscheint der Interviewte erst im Bild inklusive O-Ton, daraufhin wird das angesprochene Thema optisch aufgearbeitet und mit einem Kommentar hinterlegt, bevor wieder der Wechsel zum Live-Interview erfolgt.

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