Testbericht, Camcorder, Canon

Die Canon HD-3CCD-Camcorderfamilie und ihre Vielfalt

Freitag, 27. April 2007: Vor einem Jahr stellte Canon den HD-Nachfolger des angesehenen XL-2 Camcorders vor. Der H1 führte die erfolgreiche XL-Konzeption ins HD-Zeitalter. Sein Preis von 9.000 Euro passt jedoch so gar nicht in eine Videowelt, in der Geizcamcorder bereits für unter 200 Euro angeboten oder saubilliges per „Schweinetransporter“ ins Haus kommt. Canons Vertriebskonzept sieht eine andere Vermarktungsebene vor, denn Ausstattung und Verarbeitung sind eher für Profis und professionell ambitionierte Amateure gemacht, und bedürfen eingehender Erläuterungen. Die Belieferung einer überschaubaren Anzahl von Fachgeschäften im Lande war daher nur logisch. Nun bekommt der XL-H1 Gesellschaft aus eigenem Hause: Der XH-A1 bzw. der XH-G1 sind die HD-Nachfolger des XM-2. Deren Ausstattung und Funktionsvielfalt orientieren sich am großen Bruder XL-H1. Mit 4.000 bzw. 7.000 Euro spielen sie in der oberen Preisliga mit, noch über den Konkurrenten FX-1 und FX-7 von Sony. Doch so direkt lässt sich das Canon-Gespann nicht mit der Konkurrenz vergleichen, denn die Funktionsvielfalt zielt eher auf deren professionelle Camcorder Z1 bzw. V1 ab.

Aufgrund unserer Leserumfrage im letzten Jahr wissen wir, dass sehr viele professionell ambitionierte Amateure unser Magazin regelmäßig lesen. Auch der Wunsch nach mehr Erläuterungen über die Bedeutung diverser Camcorder funktionen wurde vielfach geäußert. Die Canon HD -Camcorderfamilie ist deshalb geradezu prädestiniert, beidem Rechnung zu tragen, denn einen solchen Funktionsumfang findet man in der Amateurklasse sonst nirgends.

Die Optik
Herausragendes Merkmal der Dreichip-Camcorder aus dem Hause Canon war immer schon das 20-fach Zoomobjektiv. Beim XH-A1/G1 ist es fest eingebaut, beim XL-H1 als Wechseloptik ausgelegt. An das Spezialbajonett lässt sich ein separat erhältliches Weitwinkel-Zoom (6fach) anbringen. Für große Telereichweiten empfiehlt sich ein Adapter zum Aufsetzen von EO S-Objektiven. Da Fotoobjektive bei Videokameras aufgrund der kleineren Bilddiagonalen der Bildwandler-Chips grundsätzlich eine Telewirkung haben, lassen sich enorme Brennweiten erzielen (Umrechnungsfaktor EO S / XL-H1: x 7,6).

Dass das Objektiv des Duos A1/G1 nicht von der XM-2 übernommen wurde, sieht man schon am Filtergewinde, das nicht 58mm sondern 72mm beträgt. Der bisherige Weitwinkelaufsatz lässt sich also nicht mehr verwenden, dafür wird es einen neuen geben. Beim Wechselobjektiv des H1 könnte man zunächst eine schwarz lackierte Variante des Vorgängers XL-2 vermuten, doch auch dieses Objektiv wurde mit nun mindestens 800 Linien Auflösung den HD -Anforderungen angepasst. Die Verwendung z.B. des XL-2 Weitwinkelzooms ist zwar möglich, Canon weist jedoch darauf hin, dass damit nicht die volle HD -Qualität ausgereizt werden kann. Anders bei der Verwendung von EO S-Objektiven: Praxiserfahrungen von Kameraleuten zeigen, dass diese sich bestens für HD -Aufnahmen eignen (z.B. Tierbeobachtungen).

Blenden - und Belichtungsfunktionen
Während das Standardobjektiv des XL-H1 über einen manuellen Focus- und Zoomring verfügt, bieten das A1/G1-Duo zusätzlich noch einen Ring zur manuellen Blendensteuerung, stufenlos von f=1,8 bis 9,5. Im Gegensatz zu echten Profi-Objektiven bieten die Ringe jedoch keinen Anschlag, sondern sind um 360° drehbar, wie bei Innenfokussierungsobjektiven üblich.

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