Bericht, Workshop

Die Zukunft des Fernsehens in HDTV

Montag, 06. September 2004: Unter den elektronischen Medien ist unser heutiger TV-Standard ein echter Oldie. Vergleicht man die rasante Entwicklung in anderen Sparten, etwa bei den Computern oder die Entwicklung von der Schallplatte über CD zu DVD und SACD, so wirkt unser TV-Format heute antiquiert.

DIE WURZELN DES FERNSEHENS

Seit etwa 50 Jahren ist es im Prinzip gleich geblieben, mit einer Ausnahme: Vor rund 30 Jahren kam Farbe ins Spiel. Die jüngste Veränderung mit dem 16:9 Format ist auch nur eine aufgebohrte Variante des 4:3 PAL-Standards, denn die Bildauflösung wurde nicht besser. Selbst das PAL-Plus Verfahren, das immerhin die volle Anzahl von 576 sichtbaren Bildzeilen bei 16:9 Darstellung nutzt, setzte darauf auf. Wie sollte man es auch machen? Einfach ein neues Format zu definieren ist nicht das Problem. Das bedeutet aber, dass vorhandene TV-Geräte damit ebenso wenig funktionieren wie die Produktionstechnik und Übertragung über vorhandene TV-Kanäle. Das erklärt auch, warum beispielsweise in den 90er Jahren angestoßene Formate wie D2-MAC oder HD-MAC trotz europa-politischem Rückenwind letztlich scheiterten. Hinzu kommt die Verbreitung der privaten Fernsehsender in den späten 80ern, die nicht erst lange in eine neue Technologie investieren, sondern möglichst schnell Zuschauerquoten erreichen wollten. Und dazu mussten sie sich selbstverständlich an die vorhandenen Fernseher, Empfangseinrichtungen und Sende- bzw. Produktionstechniken anlehnen.

IST PAL NICHT GUT GENUG?

Eigentlich sind wir doch mit unserem Fernsehbild ganz zufrieden. Immerhin gibt es in Europa und einigen anderen Ländern den PAL-Standard mit einer Auflösung von 768 x 576 Pixel und guter Farbtreue. Dagegen müssen sich die Amerikaner und Japaner mit NTSC und 640 x 480 Pixel zufrieden geben. Die geringere Pixelanzahl ist noch das kleinere Übel, zumal mit der Digitaltechnik heute ohnehin 720 x 576 Pixel bei PAL und 720 x 480 Pixel bei NTSC verwendet werden. Richtig hässlich sieht es bei NTSC mit der Farbe aus: Die Farbauflösung ist deutlich geringer als bei PAL und der Farbton schwankt durch Einflüsse bei der Übertragung. Spötter sagen zu NTSC daher auch „Never The Same Colour“. Für den typischen Wohnzimmer-Fernseher mit 68cm Bildröhre ist der PAL-Standard im Grunde gut genug. Und größere Fernseher waren die Ausnahme, weil die Glasröhren überproportional teuer und schwer werden, wenn man versucht, sie größer zu machen.

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