Bericht, Camcorder
DV-In Freischaltung bei Camcordern nicht mehr möglich
Dienstag, 17. Dezember 2002: Camcorder nachträglich für DV-In freischalten zu lassen war bisher gängige Praxis. Die Hersteller haben inzwischen reagiert und hardwaremäßig dafür gesorgt, dass sich eine Freischaltung kaum mehr realisieren lässt. Welche Gründe dahinter stehen, lesen Sie im folgenden Beitrag.
Bisher war es ohne große Probleme und Kostenaufwand möglich, Camcorder, die nur einen DV-Ausgang besaßen, nachträglich für DV-In frei zu schalten. Die Kosten für eine Freischaltung beliefen sich je nach Camcordertyp auf 39,00 – 99,00 EUR0. Mit einem Software-Eingriff per PC oder Freischaltgerät (Widget) konnte ohne großen Aufwand der DV-Eingang aktiviert werden. Diese Praxis störte die letzten 5 Jahre weder den Zoll noch die Hersteller. Am 6. Juli 2001 hat der Zoll eine Erklärung herausgegeben, dass er ab sofort auch Geräte als Rekorder ansieht, die sich mit Hilfe einer Software DV-In freischalten lassen.. Denn die Einfuhrzölle für Recorder sind erheblich höher, als für reine Camcorder. Darauf mussten die Hersteller reagieren und haben hardwaremäßig dafür gesorgt, dass eine Freischaltung per Software zwar theoretisch noch möglich wäre, die Wirkung aber durch die Hardware unterdrückt wird.
Ein Nachteil mag diese Einschränkung für alle diejenigen sein, die sich erst nach dem Kauf eines Camcorders für die Videonachbearbeitung entscheiden und das geschnittene Material wieder auf den Camcorder zurückspielen möchten. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Camcorderbesitzer ganz auf Videonachbearbeitung verzichten muss. Er kann seine Videos jederzeit auf einen externen Recorder, sei es jetzt auf VHS, S-VHS, DV ausspielen oder auf CD oder DVD brennen. Wie gesagt, lediglich die Aufnahme mit dem eigenen Camcorder ist nicht möglich. Hier hat der Fachhandel und die Presse die Aufgabe, den Interessierten bereits vor der Kaufentscheidung aufzuklären.
Der Meinung einer Großteil der Fachzeitschriften, die diese Aktion als Abkassieren der Konsumer ansieht, möchte sich Camgaroo nicht anschließen. Denn die Hersteller bieten grundsätzlich genügend DV-In-Modelle an, die zwar größtenteils um ca. 100 EURO teurer sind, aber dafür eben auch die interessante DV-IN Möglichkeit bereits integriert haben. Schade ist nur, dass die Hersteller hier nicht gleich von Anfang an eine Aufklärungs-Offensive gestartet haben, um die Anwender rechtzeitig zu informieren. Denn immer noch sind viele der Meinung, eine nachträgliche DV-IN Freischaltung sei kein Problem und kaufen dann irrtümlich die falsche Kamera.

