Titelstory, News
Grußwort des Bayerischen Kultusministers
Freitag, 11. Dezember 2009: Franz Kafka hat einmal nach einem Kinobesuch in sein Tagebuch notiert: „Im Kino gewesen. Geweint.“ Damit beschreibt er prägnant, was wir alle aus eigener Erfahrung kennen: Filme lassen uns nicht kalt. Sie schaffen uns heitere und traurige, interessante und besinnliche, in jedem Fall aber intensive Stunden – oder, im Fall von Kurzfilmen eben: Minuten. Die Video-Filme, die beim Camgaroo Award 2009 zu sehen sind, werden das auch in diesem Jahr sicher wieder durch eine eindrucksvolle Bandbreite an Ideen, durch technische Raffinesse und eine innovative ästhetische Gestaltung unter Beweis stellen.
Der Camgaroo Award leistet aber noch mehr. Als „Oscar der Hobbyfilmer“ ermöglicht er gerade jungen Menschen Einblicke, ja einen Einstieg in die Welt des Films – und zwar einmal aus der Perspektive der Filmemacher. Dieser Perspektivwechsel ist wichtig. Denn in einer Welt, die durch den Film maßgeblich geprägt ist, müssen wir die jungen Menschen auch dazu befähigen, diesem Medium kompetent und kritisch zu begegnen. Der Schlüssel dazu ist die Vermittlung von Filmbildung – und dazu gehört das kompetente Sehen und Verstehen von Filmen ebenso wie die eigene filmische Gestaltung.
Der Camgaroo Award wird 2009 zum achten Mal im Rahmen der Medientage München verliehen. Er spornt den cineastischen Einfallsreichtum an und gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ihr filmisches Können und ihr kreatives Talent voll auszuschöpfen und in der Arbeit am eigenen Wettbewerbsbeitrag zu vertiefen. Dadurch können gerade junge Menschen auch an ein attraktives Berufsfeld herangeführt werden, das sicher auch in Zukunft nicht an Bedeutung verlieren wird.
Ich wünsche den Initiatoren große Resonanz auf ihren Wettbewerb und allen Teil- nehmerinnen und Teilnehmern viel Freude bei der Erarbeitung und Umsetzung ihrer Kurzfilmideen sowie Erfolg im Wettbewerb. Ich bin sicher: Die Kurzfilme des Camgaroo Award werden auch in diesem Jahr wieder ein faszinierendes und leidenschaftliches Plädoyer sein für die Kraft des Films und des Kinos.
München, im September 2009
Dr. Ludwig Spaenle
Bayerischer Staatsminister
für Unterricht und Kultus


