Bericht, Videofilmen

München, wo es am schönsten ist - Folge 1

Montag, 19. Januar 2009: Die Entstehung des Städte-Portraits: "München, wo es am schönsten ist" - Ein Erfahrungsbericht von Richard Westermaier und Rainer Hartl. "Am Anfang hat man eine Idee. Dann schreibt man ein Treatment. Dann kümmert man sich um die Finanzierung. Dann organisiert man die Dreharbeiten. Dann geht’s in die Postproduktion: Man schneidet, legt Töne an, wählt die Musik aus, macht Sprachaufnahmen, mischt das Ganze und dann: Voilà, fertig ist der Film. So steht‘s in den Handbüchern und so geht’s auch. Nur: Ich hatte anfangs keine Idee."

Querdenker Karl Valentin als Statue auf dem Viktualienmarkt

München-Zentrum: die Frauenkirche mit dem Alten Peter im Vordergrund

Eisstockschießen bei Schloss Nymphenburg

Am Anfang war die Kamera. Eine Sony DCR 100E, um genau zu sein. Klein,  handlich, digital und weitgehend automatisch. Nach dem Auspacken nahm ich mir nicht einmal die Zeit, um die Gebrauchsanweisung genau zu studieren. Akku laden, Akku einlegen, Stick einstecken, auf Fotomodus stellen, Zoom vor und Zoom zurück, auslösen. Klick. Und man konnte das Bild auf dem Display gleich hinterher ansehen. Das ging eine ganze Weile so weiter. Ich habe alles mögliche fotografiert. Liegende Baumstämme, Schilf am Deininger Weiher, rote Beeren im Gegenlicht, gelben Enzian und den Augsburger Dom.Die Bilder verstaubten zwar nicht mehr in irgendwelchen Schachteln und Kisten, sondern landeten auf der Festplatte des Computers. Dort liegen sie noch heute. Beim Abspeichern mit improvisierten Kürzeln versehen, die leider nichts Konkretes über den Bildinhalt verraten. Der Aufbau einer eigenen Excel-Datei scheiterte am inneren Schweinehund. Fotografieren freilich machte weiterhin Spaß. Doch irgendwann fand ich bewegte Bilder spannender, hielt auffliegende Krähen fest, Wellen, die sich an einem Stein brechen oder spielende Hunde am Isarufer. Ein System oder gar ein Ziel beim Jagen und Sammeln des optischen Materials gab es nicht. Ein wirkliches Thema fand
sich erst, als ein Geburtstag im Familienkreis anstand. Meine Mutter sieht mit Begeisterung Bilder aus der Landschaft, in der sie aufgewachsen ist. Bilder vom Tegernsee und aus den angrenzenden Bergen, die sie heute aus Altersgründen nicht mehr besteigen kann.

Sie blättert gern in ihren alten Alben mit den schon etwas angegilbten schwarz-weiß Fotos. Darauf sind Wiesen abgebildet, Kühe und meine Großmutter in Tracht an ihrem Arbeitsplatz. Großmutter war nämlich Sennerin auf der Neuhütten- Alm und, wie ich finde, sehr fotogen. Eines dieser mit einem Büttenschnittrand versehenen Bildchen zeigte ein weißes Kapellchen. In der, so erzählte meine Mutter, wurde einmal pro Sommer eine Messe für die Menschen abgehalten, die damals in den Bergen arbeiteten. Jetzt wusste ich, was ich ihr zum Geburtstag schenken würde.

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