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OLED-Displays: Der Fernseher als Tapete
Montag, 19. Januar 2009: Fast ein Vierteljahrhundert ist es bereits her, dass die Kodak Wissenschaftler Ching Tang und Steven Van Slyke die fluoreszierenden Eigenschaften von Polymeren in einem Laborversuch entdeckten. Heute arbeitet eine Heerschar von Wissenschaftlern zahlreicher Unternehmen und Forschungsinstitute in aller Welt fieberhaft an der Weiterentwicklung dieser Technologie, die Plasma- und LCD-Bildschirme ablösen soll.

Der erste 15“ OLED-Bildschirm von Kodak und Sanyo

Vergleich der Farbwiedergabe und Brillanz von Displays auf LED und OLED Basis

Im Dienste seiner Majestät rasierte sich James Bond mit einem Elektrorasierer

mit OLED-Anzeige von Philips

Schematischer Vergleich des Aufbaus von TFT und OLED Displays

Beispiel für e-Ink Displays von Philips

Die Suche nach neuen Leuchtstoffen
Experten sind davon überzeugt, dass organische Leuchtdioden (OLED) schon bald den Markt für Displays revolutionieren werden. Kodak hat bereits eine Digitalkamera mit einem 2,5 Zoll großen Display herausgebracht. Es begeistert durch seine Farbbrillanz, Helligkeit und Schärfe. Auch Handys mit farbigen OLED-Displays sind bereits vorgestellt worden. Von Pioneer gibt es Handys und Autodisplays und Philips hat sogar einen elektrischen Rasierapparat mit OLED-Display vorgestellt, den James Bond höchstpersönlich in dem Film „Stirb an einem anderen Tag“ benutzte. Prototypen von größeren Bildschirmen mit Diagonalen von über 15“ haben Kodak und Sanyo, die derartige Displays gemeinsam entwickeln und fertigen wollen, ebenfalls bereits gezeigt.
Vieles spricht dafür, zumal die anfänglichen Schwierigkeiten, die vor allem die Lebensdauer der organischen Leuchtdioden betrafen, mit den im Sommer von Kodak angekündigten Basismaterialien der dritten Generation weitgehend ausgeräumt zu sein scheinen.
Neben Kodak und Sanyo widmen sich Unternehmen wie Dupont, Samsung, NEC oder Siemens der Weiterentwicklung dieser zukunftweisenden Displaytechnologie. Auch das deutsche Fraunhofer Institut betreibt, unterstützt durch Fördermittel der Bundesrepublik, intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf diesem Gebiet.
Bei einem Laborexperiment beobachteten erstmals die Kodak Forscher Ching Tang und Steve Van Slyke, nachdem sie an einen dünnen Polymerfilm des organischen Moleküls Poly-Phenylen-Vinylen eine elektrische Spannung angelegt hatten, ein intensives Leuchten. Das Besondere an diesem Experiment war der Beweis, dass sich nicht, wie bis dahin angenommen, nur anorganische Substanzen, sondern auch organische Kunststoffe zur Erzeugung von Elektrolumineszenz eignen.
Diese Tatsache inspirierte die gesamte Industrie zu Zukunftsvisionen, die weit über die Nutzung für Bildschirme als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine hinausgehen. So träumt Wolfgang Rogler vom Erlanger Forschungszentrum der Siemens Zentralabteilung Technik von der Realisierung einer elektronischen Zeitung, auf deren flexiblen Folienbildschirmen sich jede gewünschte Veröffentlichung aufrufen lässt. Inzwischen hat ein anderes Unternehmen, nämlich der Wettbewerber Philips, anhand des Prototypen eines elektronischen Buches gezeigt, dass sich nicht nur Texte und Grafiken,sondern auch Videosequenzen als Illustration zum Text elektronisch wiedergeben la

