Bericht, Home Cinema
Plasma-Displays – das Fernsehen der Zukunft hat begonnen
Dienstag, 21. Januar 2003: Home-Cinema – ein Begriff, der immer öfter in den Medien auftaucht – was verbirgt sich eigentlich dahinter? Werden wir in Zukunft keine Kinos mehr aufsuchen, sondern zu Hause in Kinoqualität auf großen Leinwänden - Popcorn schmatzend - die neuesten DVDs genießen. So ungefähr stellt sich jedenfalls die Industrie das vor. Und wenn wir uns die neuen Produkte einmal genauer ansehen, dann schlägt unser technikverliebtes Herz tatsächlich schneller. Videoprojektoren zaubern kinoähnliches Flair in unser Wohnzimmer und das zu einem durchaus bezahlbaren Preis (siehe auch Camgaroo Magazin 10). Besondere Faszination üben die neuen flachen TV-Geräte aus, die entweder vornehm auf einem eleganten Fuß stehen oder die wie ein Bild an die Wand gehängt werden können. Hier unterscheidet man zwei grundlegende Techniken, einmal die sogenannten LCD-Bildschirm und zum zweiten die Plasma-Bildschirme, deren Funktionsweise wir uns heute einmal näher ansehen wollen.
PDP wurde vom japanischen Fernsehen vorangetrieben
Das PDP (Plasma Display Panel) wurde vom staatlichen japanischen Fernsehsender NHK anlässlich der olympischen Spiele 1988 vorangetrieben. Denn damals gab es, trotz des steigenden Angebots an attraktiven HDTV-Sendungen, keine Bildschirme mit angemessener Größe, um die volle Auflösung genießen zu können. Denn dazu hätte man die bisherigen Fernseher (Braunsche Röhre) auf eine Bildschirmdiagonale von 130 cm aufblasen müssen. Diese wären derart unhandlich und schwer, dass kein Mensch sie gekauft hätte. Also musste die neue Technologie vorangetrieben werden.
Das „Hi-Vision Plasma Display Panel Consortium“ wurde gegründet
Dazu wurde 1994 das „Hi-Vision Plasma Display Panel Consortium“ von NHK initiert, mit dem Ziel pünktlich zu den Spielen 1998 in Nagano Plasma Fernseher anzubieten. Dieser Kooperation traten 25 Firmen, darunter Matsushita, Pioneer, Fujitsu, Texas Instruments, und DuPont bei. „Zusammen forschen, aber auf dem Markt gegeneinander antreten“, so lautete nach japanischer Tradition die Devise der Vereinigung.
Funktionsprinzip der Plasma Displays
Ein Plasmabildschirm besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Kammern – genauer gesagt, für jede Grundfarbe eines Bildpunktes wird eine Kammer verwendet. Zur Darstellung eines guten Bildes in PAL-TV-Norm sind etwa 1,2 Million Kammern notwendig (853 x 480 x 3 Farben = 1.228.320). Die Firmen verwenden jeweils spezielle Tricks und Techniken um die Bildqualität zu verbessern. So benutzt Panasonic z.B. zwei grüne Zellen zur Farbwiedergabeverbesserung. Jeder dieser Farbpunkte misst 0,65 Millimeter im Quadrat, Fujitsu arbeitet mit drei Farbkammern von j 0,22 mal 0,66 Millimeter.
In den Kammern befindet sich ein Neutral- bzw. Edelgasgemisch, bestehend aus Neon, Xenon und evtl. noch Helium – je nach Hersteller. Mit elektrischen Signalen wird das Gas in der Kammer „gezündet“ und dadurch kurzzeitig eine Aggregatszustandsänderung von Gas in Plasma erreicht. Dafür sind kurzzeitig Spannungen von mehreren hundert Volt nötig, was den Stromverbrauch der Plasmabildschirme gegenüber den herkömmlichen TV-Geräten etwas in die Höhe treiben kann.


