Imo Moszkowicz, Buch

Schlussklappe - Ein Protokoll von Hoffnung und Verzagen

Donnerstag, 10. März 2011: In seinem neuesten Buch „Schlussklappe“, das vom Mentis Verlag veröffentlicht wurde, beschreibt Imo Moszkowicz chronologisch die Jahre von der Entstehung bis zur Verwirklichung eines Filmprojektes. Thema des Filmes ist die Rettung einer jüdischen Familie durch münsterländische Bauern während der Nazizeit, die mit ihrem menschlichen Verhalten ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Diese Ereignisse haben tatsächlich stattgefunden und wurden von einer der Überlebenden, von Marga Spiegel, in deren Buch „Retter in der Nacht“ festgehalten. Im Buch „Schlussklappe“ beschreibt Imo Moszkowicz die Schwierigkeiten, die die Umsetzung des Stoffes in ein Drehbuch mit sich brachten. Da die Authentizität des Stoffes nicht durch willkürlich aufgesetzte, inszenatorische Zutaten verfälscht werden sollte, bedurfte es großen Fingerspitzengefühls des Regisseurs Imo Moszkowicz´.

SCHLUSSKLAPPE - Ein Protokoll von Hoffnung und Verzagen Mentis Verlag 2007

Bereits im Februar 1981 hat Imo Moszkowicz dem WDR Marga Spiegels Buch und seine Idee für ein Filmprojekt vorgestellt. Idee und Projekt wurden mit einem Schreiben von Gunther Witte, dem Leiter der Abt. Fernsehspiel des WDR, mit folgendem Inhalt abgelehnt: „… Dieser Bericht von einer jüdischen Familie, die sich bei einem westfälischen Bauern versteckt gehalten hat, scheidet aus, weil wir diesen gesamten Themenkreis vorläufig nicht mehr strapazieren wollen. …“

18 Jahre später versucht Imo Moszkowicz noch einmal beim WDR die Verfilmung durch den Sender zu erreichen und erhält eine positive Antwort. Es vergehen aber weitere 7 Jahre ehe das Filmprojekt Aussicht auf Realisierung hat.

Voll Spannung liest man den Brief- und E-Mail- Wechsel, den Imo mit dem Produzenten, dem Drehbuchautor und mit Marga Spiegel geführt hat. In seinen Tagebucheintragungen spiegeln sich Stimmungen und Gefühlslage des Autors wider und zeigen, welche ungeheure Kraftanstrengung nötig war, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.

Fazit:

Das Buch „Schlussklappe“ ist eine Fundgrube für jeden Videofilmer, der einmal einen Blick in die Welt der professionellen Filmemacher werfen möchte. Imo Moszkowicz gelingt es auf einzigartige Weise, den Leser mit in die Entwicklungsgeschichte eines Filmprojektes zu ziehen. Man fiebert förmlich mit und möchte, dass alles zu einem guten Ende kommt.

Interessant und lehrreich sind auch die im Buch veröffentlichte Szenenfolgen und Exposevorschläge, die dem Videofilmer Einblick in Struktur und Darstellung eines Filmprojektes geben.

Übrigens: Im Januar 2008 ist in Berlin Drehbeginn mit Veronica Ferres in der Hauptrolle.