3D, Nachbearbeitung, Workshop
Stereoskopische Ausgabe mit 3D-Software ohne Zusatz-Plug-Ins: Teil 3 - die perfekte Lösung
Montag, 09. August 2010: Abbildungsfehler wie stürzende Linien lassen sich elegant umgehen. Das im ersten Teil erwähnte Shift-Objektiv kann in einer 3D-Software wie Cinema 4D simuliert werden.

Perfektes Ergebnis: Nun sind auch die waagerechten Linien deckungsgleich. Das Auge wird trotz Weitwinkel nicht irritiert.

Gesucht, gefunden: Im Attribute Manager für die jeweilige Kamera kann der „Film Offset“ eingestellt werden.
Hier heißt der benötigte Parameter „Film Offset“, zu deutsch Filmversatz. Dieser Wert bewirkt, dass der virtuelle Film hinter dem Kameraobjektiv parallel verschoben wird und somit die Projektionsebene entgegengesetzt auf der anderen Seite. Soll diese Verschiebung horizontal erfolgen, müssen die Einstellungen im Feld „Film Offset X“ vorgenommen werden. In unserem Beispiel haben wir für die rechte Kamera den Wert „-5%“ und für ihr linkes Gegenstück den Wert „5%“ verwendet. Beide Kameras bleiben parallel zueinander, „schielen“ aber trotzdem nach innen. Nun muss man nur noch den Abstand zueinander so anpassen, dass sich die Mittelachsen in der gewünschten Projektionsebene schneiden.
Auch in der kostenlosen 3D-Software „Blender“ gibt es eine entsprechende Funktion. Hier befinden sich — ebenfalls in den Einstellungen für das Objekt „Camera“ — die Eingabefelder „Shift“. Für die waagerechte Verschiebung ist auch hier der Wert bei „X“ zuständig.
Ausgabe und Weiterverarbeitung
Es empfiehlt sich immer, beide Kameraansichten in voller Auflösung und in Farbe zu berechnen. Später lassen sich die beiden Sequenzen für links und rechts in die unterschiedlichsten 3D-Formate konvertieren ohne diese neu berechnen zu müssen. Formate gibt es viele. Neben dem Farbanaglyph-Verfahren, das auch für die Bilder in diesem Artikel zur Anwendung kam, existieren auch Ausgabeformate die in Verbindung mit einer Shutter-Brille farbiges 3D-Sehen ermöglichen. (siehe auch 3D-Grundlagenartikel auf camgaroo.com)

