Workshop, Audiobearbeitung
Ton und Technik
Donnerstag, 26. April 2007: Die Vielfalt der Videoformate macht beim Ton nicht halt. Längst gibt es nicht mehr nur eine Tonspur in Mono oder Stereo, sondern es werden mit vielen Kanälen und Lautsprechern Soundeffekte von allen Seiten möglich. Mit welchen Techniken das realisiert wird, zeigt dieser Artikel.
Woher nehmen?
Bei Begriffen wie Surround Sound denken wir vielleicht zuerst an Effekthascherei und liegen dabei gar nicht so falsch. Denn längst nicht alle Kanäle werden zwingend bei der Aufnahme erstellt, sondern können auch durch Trickeffekte in der Post- Production generiert werden. Das geht soweit, dass selbst normaler Stereoton vom Band oder Disc auf 5.1 Surround Sound aufgeblasen werden kann. Sie erinnern sich vielleicht an die Ghettoblaster mit der „Super-Stereo“ Taste: Damit konnte der Eindruck erzeugt werden, dass der linke und rechte Lautsprecher weit auseinander stehen statt mit nur wenige zehn Zentimeter voneinander entfernt im Gehäuse des Geräts verbaut zu sein. Dieser Trick funktionierte ganz einfach, indem man vom invertierten Signal des linken Kanals etwas dem rechten beimischte und umgekehrt. Selbst mit analoger Verstärkertechnik war das für wenige Cent realisierbar.
Stereo und die Physik
Um zu erkennen, aus welcher Richtung Geräusche kommen, reichen uns zwei Ohren. Stellen wir uns vor, wir hören einen Ton, der von links kommt. Da sich der Schall mit einer bestimmten Geschwindigkeit ausbreitet (343m/s), kommt er am linken Ohr zuerst an und wenig später dann am rechten. Würde der Ton von vorne kommen, erreichte er beide Ohren zur gleichen Zeit.
Auf dem Bild sehen wir die Tonquelle links vorne. Der Schall besteht bekanntlich aus Wellen, die sich in der Luft als kleine Druckschwankungen übertragen. Die orangefarbenen und die gelben Linien im Bild symbolisieren dabei jeweils den Über- bzw. Unterdruck der Schallwelle. Je höher der Ton, desto kleiner die Wellenlänge. Die Formel ? = c/f also Wellenlänge = Schallgeschwindigkeit / Frequenz beschreibt den Zusammenhang der beiden Werte. Die Wellenlänge beträgt bei einem 2 KHz Ton also etwa 17cm. Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Ohren ca. 15cm auseinander liegen, dann trifft der seitliche Schall nicht nur zeitversetzt auf das linke und das rechte Ohr, sondern auch phasenverschoben.


