Testbericht, Schnitt, CyberLink

Vorstellung: Cyberlink Power Director 8 Ultra kurz angetestet

Mittwoch, 05. August 2009: Noch vor dem Ende der Urlaubssaison, mitten im Sommerloch, gibt es Neuigkeiten vom Softwareanbieter Cyberlink: Die achte Version der Schnittsoftware "Power Director" kommt im August in den Handel. Wir hatten vorab Gelegenheit, uns die Neuerungen anzusehen.

Die Programmoberfläche: Projektfenster, Vorschau und Zeitachse sind nun in der Größe variierbar

Neue Effekte: der Partikeldesigner

Export: für die Ausgabe stehen die gängigsten Videoformate bereit

An der Oberfläche hat sich auf den ersten Blick kaum etwas verändert. jedoch sind Projektfenster, Vorschau und Zeitachse nun in der Größe variierbar, so dass man sie dem Projektumfang entsprechend anpassen kann. Steht ein Doppelmonitor-System zur Verfügung, lässt sich die Vorschau nun bildschirmfüllend dorthin verlegen.

Die Sektion "Aufnehmen" kann, wie gehabt, von Mini-DV und HDV via Firewire importieren. Neu ist die Aufnahme von Fernsehprogrammen über einen DVB-T Empfänger, sowie der Import einer AVCHD-DVD, die zur Datensicherung erstellt wurde. Bei entsprtechender PC-Leistung ist eine direkte Wandlung von Mini-DV in z.B. MPEG-2 möglich.

Das Sortieren in der Clipübersicht nach Video, Audio und Bildern sowie Kriterien wie nach Name, Größe oder Datum etc. klappt wie in der Vorgängerversion, jedoch gibt es hier jetzt die "Exploreransicht", eine zusätzliche Spalte zur Organisation der Mediendateien und Ordner, die im Projekt verwendet werden.

Links neben der Clipübersicht liegen wieder die Buttons für die Bereiche Effekte, Titel, Übergänge, den Audiomischer, die Sprachaufnahme (Voice over) sowie die Kapitelmarkierung und Untertitel für die DVD-Erstellung. Das hatte auch schon die Vorgängerversion, aber nun gibt es neu noch den Partikelbereich. Dieser war jedoch bei unserer Testversion nur mit einer Vorlage gefüllt. Mehr gibt es auf der Cyberlink-Homepage in der "DirectorZone", die mit der Vorgängerversion erstmals ins Leben gerufen wurde und die nun noch stärker im Programm verankert ist, denn auch in den anderen Bereichen findet sich das Symbol zur Kontaktaufnahme. Dazu muss der Schnitt-PC jedoch eine Internetverbindung haben, was gewissenhafte Hobbycutter lieber vermeiden. Ihnen sei gesagt, dass Power Director keinem Registrierungszwang unterliegt, doch spätestens bei der Nutzung der DirectorZone ist sie fällig.

Die Trickeffekte wurden um einige neue bereichert, auch die Übergänge haben Zuwachs bekommen. Dafür gibt es im Titelbereich jetzt nur noch die Vorlage für den Standardtitel, die übrigen wanderten in die DirectorZone, gleiches gilt für die Grafikvorlagen im Bereich Bild im Bild. Ein Verlust ist dies nicht unbedingt, denn die Sprechblasen oder grafischen Verzierungen eigneten sich ohnehin nur für bestimmte Videos. Im Gegensatz zu professionellen Programmen sind die Vorlagen fest und in ihren Parametern nicht veränderbar. Doch solche Möglichkeiten würden den Power Director nur unnötig aufblasen. Mehrere Trickeffekte auf einen Clip sind aber möglich.

Die Übergangsblenden sind ebenfalls fest vorgegeben, jedoch lässt sich ihre Dauer jederzeit in der Timeline verändern, jetzt auch framegenau mittels Doppelklick auf den Übergang, womit die betreffende Einstellung öffnet.

Die Rubriken Audiomischer, Audioaufnahme, Kapitelmarkierung (für DVDs) und Untertitel sind unverändert geblieben.

Die Timeline zeigt die vertraute Spurenanordnung, jedoch lassen sich die Überlagerungsspuren (Bild-in-Bild Spuren) noch um weitere acht ergänzen. Die zwei Audiospuren lassen sich um bis zu drei weitere  ergänzen, falls sie benötigt werden. Über der Timeline gibt es Neuerungen bei den Bearbeitungsfunktionen: Zum Kürzen der Clips gibt es nun ein neu gestaltetes Fenster, dass nun eine bessere Übersicht über den Clipinhalt bietet, hilfreich vor allem bei langen Einstellungen. Auch das Heraustrennen mehrerer Sequenzen aus einem langen Clip bedient sich der neuen Ansicht.

Bei den Korrektur-Werkzeugen findet sich nun eine nachträgliche Bildstabilisierung, und eine "Entrauschen"-Funktion für analoge Videos, sowie diverse Bildverbesserungen wie nachschärfen, Farbkorrekturen und Weißabgleichlorrektur mittels Pipetten-Auswahl. Da kann man die nicht vorhandene RGB-Regelung verschmerzen. Um die Wirkung besser beurteilen zu können, teilt Power Director auf Wunsch die Vorschau in vorher/nachher. Ferner kann das Programm nun SD-Material auf HD hochrechnen.

Neu sind auch die Power-Tools, diverse Werkzeuge zum Zoomen, Schwenken oder Drehen von Videos bzw. Fotos. So lassen sich nun über Keyframes animierte Diaschauen realisieren, oder versehenlich im Hochformat aufgenommene Videos von digitalen Fotocams auf das TV-übliche Querformat drehen. Auch eine Zeitlupenfunktion gibt es, die mittels Bildinterpolation auf bis zu 10% der Normalgeschwindigkeit verlangsamt - oder um das 10-fache beschleunigt, ganz wie man es will, auf Wunsch jezt auch rückwärts. Das alles wird über sehr übersichtliche und intuitiv zu bedienende Oberflächen eingestellt. Von der Bildinterpolation bei der Zeitlupe ist recht wenig zu sehen, das Ergebnis erinnert mehr an die Frameblending-Methode. Das können andere Programme besser. Sauberer funktioniert da schon der nachträgliche Bildstabilisator, der naturgemäss das Bild etwas vergrößert, um einen Rand für die Ausgleichsbewegungen zu erhalten.

Gewohnt einfach ist die Titelerstellung geblieben, der man noch ein paar zusätzliche Animationsvorlagen spendiert hat.

Natürlich hat man auch auf die in der Version 7 eingeführten Magic-Tools nicht verzichtet, die eine halbautomatische Filmerstellung ermöglichen helfen. Wer seine Aufnahmen nur aneinandergereiht, mit Effekten aufgepeppt und Musik unterlegt wie einen Videoclip ansehen möchte, wird an dieser Funktion sicher gefallen finden. In die Vorauswahl für den Camgaroo-Award kommt man damit aber sicher nicht.

Das Arbeiten mit HD-Material funktioniert für ein Programm dieser Preisklasse erstaunlich gut. Die Vorschau stottert zwar bisweilen etwas, wirkt jedoch immer noch flüssig und hat eine gute Auflösung. Kleine Wartezeiten nach diversen Bearbeitungsschritten bei HD-Material sind zu verzeihen, dafür lassen sich Effekte, Übergänge Titel sowie Geschwindikeitsänderungen und Bildverbesserungen ohne vorheriges Rendern sofort kontrollieren. Um den Arbeitsfluss mit AVCHD-Material zu erhöhen, bietet das Programm einen Proxy-Modus an, der zuerst niedriger aufgelöste Kopien davon erstellt, mit denen dann gearbeitet wird. Dies empfiehlt sich besonders beim Arbeiten mit mehreren Spuren, denn hier gerät die Sache leicht ins Stocken.

Für die Ausgabe des fertigen Films stehen verschiedene Datenformate von DV-AVI, HDV, MPEG 1,2, MPEG 4 für mobile Geräte sowie AVCHD für Full-HD Ausgabe zur Verfügung. Auch die Ausgabe in Windows Media (kein HD), Real Media und Quicktime ist möglich, hauptsächlich für das Verschicken als e-Mail oder als Stream. Selbstverständlich gibt es auch die Uploadmöglichkeit auf YouTube und Facebook.

Wer eine Disc brennen möchte findet zahlreiche Menüvorlagen zum Erstellen einer Video-CD, DVD oder Blu-Ray, sowie einer AVCHD-DVD.

Das Programm ist in drei Versionen erhältlich, derzeit jedoch nur im Online-Kauf. Der Verkauf im Handel startet Ende August, rechtzeitig für die  Filmschnitt-Saison Herbst und Winter.

Preise: 
  • CyberLink PowerDirector 8 Ultra € 89,99 (HD- und Blu-Disk Unterstützung)
  • CyberLink PowerDirector 8 Deluxe  € 69,99 (Keine HD-Unterstützung)
  • CyberLink PowerDirector 8 Upgrades ab € 49,99

Weitere Informationen auf www.cyberlink.com




Leserkommentare
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*



CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*