Testbericht, Schnitt
Zeit ist Geld – die neue Pinnacle Pro-ONE RTDV
Samstag, 01. Februar 2003: Ein Begriff charakterisiert die Entwicklungen der Videobranche der letzten Jahre wie kein anderer: „Echtzeit“ entwickelte sich zum Marketing-Schlagwort schlechthin. Zeit ist Geld, das wissen wir ja schon lange, doch seit kurzem hat dieser Spruch noch an Bedeutung gewonnen. Zum einen weil die Kunden heute bereit sind für ein wenig „Echtzeit“ deutlich tiefer in die Tasche zu greifen und zum anderen, weil die Hersteller erkannt haben, dass sich, seitdem sogar Aldi-Rechner mit Firewire-Schnittstelle ins Haus kommen, nicht mehr viel Geld mit „normalen“ Karten machen lässt. Das weiß auch Pinnacle und schickt mit der RTDV die zweite Generation seiner semiprofessionellen Schnittkarte „Pro-ONE“ ins Rennen. Damit steht sie in direkter Konkurrenz zu Matrox’ viel versprechendem Neuling „RX100“ und zu Canopus DV Storm2. Was Pinnacles neu überarbeitetes Produkt zu bieten hat, lesen Sie auf den kommenden Seiten.
Echtzeit - Die Hintergründe
Seit einiger Zeit ist die Welt der Videoschnittkarten zweigeteilt. Modelle der ersten Gruppe sind eher für Amateure gedacht und bieten meist nur Firewire-Buchsen für den Anschluss von digitalen Kameras. Da die Karten einzig und alleine für den Transfer der Daten auf und von der Festplatte sind, muss sich der Prozessor des Computers um die aufwendige Berechnung von Effekten und Filtern kümmern, was mit unter ziemlich lange Rechenzeiten provozieren kann. Die zweite Gruppe richtet sich an engagierte Hobbyisten und Semiprofessionelle. Jene Karten verfügen neben Anschlüssen für digitale auch über solche für analoge Videoquellen und integrieren eigene Prozessoren auf ihrer Platine. Diese sind auf die Verarbeitung von Videodaten spezialisiert und bieten Effekte und Filter in „Realtime“, also ohne Wartezeiten. Doch die zusätzliche Technik kostet ihr Geld. Nicht selten kosten Echtzeit-Karten über das Zehnfache ihrer einfachen Konkurrenten.
Lieferumfang-Hardware
Beim Auspacken der Pro-ONE RDTV weiß man, wofür man sein Geld ausgegeben hat, denn der große Karton ist randvoll gepackt. Da wäre zuerst einmal die PCI-Steckkarte an sich, die mit ihrer langen Bauform an die Grafikkarten längst vergangener Tage erinnert und Probleme beim Einbau mit sich bringen könnte. Denn nicht mehr jedes moderne PC-Gehäuse bietet Platz für diese Art von Erweiterungskarten. Als zweites findet man die schicke Breakout-Box (oder Blackbox wie sie Pinnacle nennt) die die Videoein- und -ausgänge von der Rückseite des PCs auf den Schreibtisch verlegt. Löblich, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern hat Pinnacle dabei auch an die Firewire Buchse gedacht.
Lieferumfang-Software
Als Schnittsoftware legt Pinnacle erstaunlicher Weise immer noch Adobes Premiere mit ins Paket, obwohl mit „Edition DV“ ja mittlerweile eine professionelle Lösung aus eigenem Hause zur Verfügung stehen würde. Ob es sich bei dieser Bundling-Strategie um ein Versuch Pinnacles handelt es sich mit Adobe nicht zu verscherzen, oder ob die Anpassung der eigenen Software an die Karte noch nicht fertig ist?

