Schnitt

Die Kunst des Weglassens: Videos richtig kürzen

Oft werden wir gefragt: „Wie schneide ich richtig?“. Schneiden heißt immer auch weglassen. Wie Sie Zeitvorgaben einhalten können und wirklich nur das beste Videomaterial nutzen, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Sind Sie eitel? Nein? Wirklich nicht? Wir reden gerade nicht davon, wie lange Sie vor dem Spiegel stehen, das geht uns auch gar nichts an. Vielmehr darüber, ob Sie in der Lage sind ihr eigenes Videomaterial kritisch zu beurteilen.

Eigenes Videomaterial kritisch zu betrachten fällt oft schwer

Zugegeben, das fällt oft schwer — gerade wenn man noch genau in Erinnerung hat wie viel Mühe die eine oder andere Aufnahme gemacht hat. Davon bekommt der Zuschauer allerdings nichts mit. Für ihn ist nur das Endergebnis sichtbar. Ist eine Szene nicht perfekt, nimmt er dies als störend war. Dass die Szene vielleicht nur im Gesamtwerk geblieben ist, weil an deren Ende noch der putzige Hund ins Bild gelaufen kommt, kann der Betrachter eher nicht nachvollziehen.

ANZEIGE:
Blackmagic Ursa Mini Pro

Warum Zeitvorgaben?

Im professionellen Bereich ist der Grund ganz klar: Zeit ist Geld. Je nach Sender kostet die Sendeminute einen horrenden Betrag. Werber versuchen so, möglichst viele Informationen in einen Fernsehwerbung zu packen. Standardlänge sind hier 30 Sekunden. Oft sind die Clips auch nur 10 Sekunden kurz. Selbst wenn Sie in Ihrer Freizeit wahrscheinlich keine Fernsehwerbung produzieren, zeigt das Beispiel: es ist nicht unmöglich jede beliebige Zeitvorgabe zu erfüllen. Versuchen Sie einfach mal Werbung bewusst anzusehen und achten Sie darauf, wie kurz die einzelnen Einstellungen sind.

Wer filmt, möchte sein Werk auch irgendwann einem Publikum präsentieren. Das kann die private Filmvorführung sein oder auch die Teilnahme an einem Wettbewerb oder Filmfest. Auch hier gilt es Zeitvorgaben einzuhalten. Für unseren alljährlichen Camgaroo-Award sind das beispielsweise maximal 5 Minuten. Selbst wenn man sein Werk nicht einsendet — auch für die rein private Vorführung sollte man sich ein Zeitlimit setzen. Schließlich soll das Publikum die nächste Einladung begeistert und nicht mit gequältem Blick annehmen. Die richtige Filmlänge richtet sich bei privaten Vorführungen natürlich nach dem Inhalt. Wer ein Jahr lang in der ganzen Welt unterwegs war und seine Eindrücke und Erlebnisse in einem Videofilm packen möchte, wird genug Material haben um mehrere Stunden auszufüllen. Das kann man seinem Publikum allerdings kaum an einem Abend zumuten. Setzt man sich ein Limit von einer Stunde ist am ehesten gewährleistet, dass der Film durchgehend für alle interessant bleibt. Wohlgemerkt gilt das für eben beschriebene Weltreise. Wer seine Urlaubserlebnisse von zwei Wochen Ibiza zeigen möchte, kommt locker mit maximal 10 Minuten aus. Das Publikum dankt es und es bleibt noch Zeit für angeregte Gespräche, in denen Sie das ein oder andere Erlebnis vertiefen können.

Die richtige Planung

Wer die Möglichkeit hat sein Filmprojekt zu planen ist klar im Vorteil. Hier kann schon vorher abgeschätzt werden, welche Szene wie lange dauert. Mit Drehbuch und Storyboard ist genau festgelegt welche Szenen mit welchen Einstellungen gedreht werden. Eine solche Vorgehensweise eignet sich für Filme mit Handlung, vom Werbeclip bis zum Spielfilm und für Produktionen in denen die Location bekannt ist. Der Urlaubsfilmer hingegen nimmt meist das auf, was ihm interessant vorkommt und versucht erst danach das Material in eine sinnvolle Form zu bringen.



Dateien:

Footage_Bewertung_01.pdf48 K

  • Unscharfe Aufnahme - diese sollte lieber nicht verwendet werden

  • Unterbelichtet - eventuell lässt sich noch etwas retten

  • Verwackelt - auch diese Aufnahme gehört eher in den Ausschuss

Das Camgaroo Filmemacher Magazin

Die neueste Ausgabe ist ab sofort am Kiosk erhältlich oder kann HIER bestellt werden. Premium-Mitglieder können die digitale Version direkt herunterladen.