Kamera/Bildgestaltung

Filmen bei jedem Wetter

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung — so lautet ein bei Frischluftfanatikern beliebter Spruch. Ähnliches gilt für das Videofilmen: Lesen Sie hier, wie Sie bei jedem Wetter beeindruckende Aufnahmen machen.

Was, glauben Sie, ist das optimale Filmwetter? Die meisten werden jetzt an schönes Wetter mit strahlendem Sonnenschein denken. Die Annahme, „Sonne im Rücken — damit gelingt jede Aufnahme“, ist unter Hobbyfilmern und -fotografen weit verbreitet. 

Dabei kann gerade Sonnenlicht bei einigen Aufnahmen problematisch sein. Verkniffene Gesichter oder Sonnenbrillen, das sind meist die Alternativen wenn man Menschen im prallen Sonnenlicht filmt. Das gilt vor allem für die Tagesmitte. Im Abendlicht ist die Sonne dagegen nicht mehr so intensiv, das Licht wirkt weicher — die gefilmten Personen müssen nicht blinzeln. Die Kontraste sind nicht mehr so stark.&nb

Sonnenschein: Licht- und Schattenseiten

Hier sind wir schon beim Hauptproblem das sich beim Filmen bei Sonnenschein ergibt: Harte Kontraste. Anders als das menschliche Auge sind die in den modernen Videokameras verwendeten Bildsensoren nicht in der Lage einen großen Kontrastumfang zu verarbeiten. Gerade im Sonnenlicht können die aber auftreten. Helle Bildbereiche fransen aus und verlieren jegliche Zeichnung. Schatten können komplett „absaufen“. Wird bei professionellen Produktionen im Sonnenlicht gefilmt, werden die Schatten mit Reflektoren oder Scheinwerfern aufgehellt. Alternativ wird sogar das Sonnenlicht mit einem Diffusor abgemildert.

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Hier kann sich der Hobbyfilmer verschiedenster Hilfsmittel bedienen. Reflektoren lassen sich leicht selber basteln. Auch eine schlichte Styroporplatte aus dem Baumarkt erfüllt diesen Zweck. Alternativ kann man sich die Gegebenheiten vor Ort zunutze machen. Eine weiße Wand, vom Sonnenlicht angestrahlt, wirkt wie ein riesiger Reflektor. Probieren Sie es im nächsten Urlaub einfach mal aus. 

Ebenfalls hohe Kontraste ergeben sich bei Landschaftsaufnahmen. Hier kann der Himmel im Vergleich zum Rest zu hell erscheinen. Wolkenstrukturen verlieren Zeichnung und überstrahlen in den hellen Bereichen. Abhilfe schafft ein Verlauffilter. Das ist nichts anderes als beispielsweise ein neutraler Graufilter, der seine Dichte von der Mitte nach oben hin ändert, während der untere Bereich noch absolut lichtdurchlässig ist. Verlauffilter gibt es als normale Filter mit Drehfassung. Universeller einzusetzen sind die Varianten mit einem Filterhalter wie sie beispielsweise von der Firma Cokin erhältlich sind.  Hier hat man nicht nur die Möglichkeit die Filterachse zu drehen, sondern auch den Filter längs zu verschieben womit sich bestimmte Bildbereiche gezielter filtern lassen.&nb

Regen = schlechtes Wetter?

Teure Technik und Regen, verträgt sich das? Natürlich nicht ungeschützt. Hier bieten Hersteller spezielle Regencapes zum Schutz vor dem Wasser an  — eine einfache Plastiktüte kann als Behelf aber ebenso ausreichen. 

Es gibt aber auch spezielle Camcorder die für den Einsatz im Sport und Outdoor-Bereich ausgerichtet sind, wie zum Beispiel der SDR-SW21 EG von Panasonic. Laut Hersteller ist das Gerät wasserdicht bis zu einer Tiefe von 2,0 Metern — Regenwasser sollte diesem Camcorder also nichts anhaben können. 

Bei Regen ergeben sich eine Menge schöner Motive. Tropfen im Gartenteich, nasse Pflanzen oder imposante Wolkenformationen. Durch den geringeren Kontrastumfang der Motive ergeben sich wesentlich weichere, harmonischere Bilder. Auch zeigen durch den Regen feuchte Blätter und Blüten sattere Farben als nach einer längeren Schönwetterperiode. Portraitaufnahmen gelingen bei weicheren Licht besser als in der prallen Sonne. Machen Sie doch mal einen Regenspaziergang mit Freunden oder Ihrer Familie und dokumentieren Sie diesen mit Ihrem Camcorder. Nahaufnahmen der Gesichter können mit einem lässig auf der Schulter abgelegten Regenschirm kombiniert werden. Ist der Schirm sehr bunt, ergibt das einen reizvollen Hintergrund für die Portraitaufnahme.



  • Ohne Verlauffilter: Der Himmel ist zu hell, Details „saufen ab“.

  • Mit Verlauffilter: Die Wolken erscheinen dramatisch - es gehen keine Bildinformationen verloren.

  • Filterhalter von Cokin: Verlauffilter lassen sich so flexibler einsetzen.

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