Förderung

Filmförderung für Bayern: Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Camgaroo

Der FilmFernsehFonds Bayern (FFF-Bayern) hat viel für Nachwuchstalente übrig. Er gehört wohl zu den best ausgestatteten Fördertöpfen in ganz Deutschland. Als zentrale Anlaufstelle für die Film- und Fernsehschaffenden in Bayern entscheidet er jährlich über ca. 28 Millionen Fördersumme. Zu den Gesellschaftern gehören der Freistaat Bayern, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), der Bayerische Rundfunk (BR), das ZDF und die privaten Fernsehanbieter ProSiebenSat.1 und RTL (von Gabriele Lechner).

Herzlichen Dank an den Geschäftsführer des FFF-Bayern, Professor Dr. Klaus Schaefer (K.S.) und die Förderreferentin, Julia Rappold (J.R.), die Camgaroo (C.) für ein ausführliches und sehr konstruktives Gespräch zum Thema Nachwuchsförderung zur Verfügung standen.    

C.: Herr Prof. Dr. Schaefer, kommen wir doch gleich zur Sache. Welche Filmfördermaßnahmen gibt es in Bayern speziell für Nachwuchsfilmemacher? 

K.S.: Der FFF Bayern hat mehrere Instrumente zur Förderung des Nachwuchses in der Hand. Wir können erfolgversprechende Abschlussfilme von Studierenden unserer bayerischen Filmhochschulen, der HFF München und seit ein paar Jahren auch der MHMK München, fördern. Das Besondere daran ist, dass wir in der Regel Zuschüsse anstatt erfolgsbedingt rückzahlbare Darlehen vergeben. Außerdem sind die Antragsvoraussetzungen nicht so hoch wie in der regulären Produktionsförderung, das heißt ein Verleih- oder ein  Senderpartner ist nicht zwingend notwendig. Absolventen dieser Hochschulen können darüber hinaus für ihren Erstlingsfilm Förderung erhalten.  

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Ein weiterer Fördertopf steht für den sog. „Anderen Nachwuchsfilm“ zur Verfügung. Das betrifft junge Menschen, die ihre Schul- bzw. Berufsausbildung bereits abgeschlossen haben, nicht auf einer Filmhochschule waren und bereits Erfahrungen beim professionellen Filmemachen sammeln konnten. Der klassische Fall ist hier z.B. der Regieassistent, der in der Branche Fuß gefasst hat und nun seinen ersten eigenen Film machen möchte. 

Aber natürlich hört die Unterstützung der jungen Talente bei uns nicht dort auf, sondern der Gedanke der Nachwuchsförderung zieht sich durch die gesamte Filmförderung: Bei der Drehbuchförderung haben wir z.B. inzwischen mehr junge Autoren als etablierte. Bei der Projektentwicklung sind es ebenfalls eher die kleinen und jungen Firmen, die Unterstützung brauchen. 

C.: Für Nachwuchsfilmer, die Quereinsteiger sind, also nicht von der Filmhochschule kommen, gibt es außer einem Jahresbudget für alle Filmeinreichungen von 150.000 € kaum Möglichkeiten eine Förderung zu erhalten. Warum?

K.S.: Für den „Anderen Nachwuchsfilm“ stehen jährlich 150.000 € zur Verfügung. Merken wir jedoch, dass uns diese Summe aufgrund der Anzahl viel versprechender Projektanträge nicht ausreicht, können  wir innerhalb des gesamten Nachwuchsbereiches, der 1,6 Mio. € umfasst, die Fördersummen verschieben. Das heißt wir können flexibel auf die Antragslage in jedem Bereich der Nachwuchsförderung reagieren. 

J.R.: Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass wir mit diesen 150.000 Euro gut auskommen - auch wenn das im Verhältnis zur Gesamtfördersumme nicht viel klingt. Im Bereich „Anderer Nachwuchsfilm“ bekommen wir zwar viele Anträge, aber nicht alle sind qualitativ so gut, dass sie unseren professionellen Anforderungen entsprechen. So sind zum Bespiel auch Schüler- und Studentenvideos bei uns ganz bewusst ausgeschlossen. 

C.: Der autodidaktische Filmemacher und der professionelle, also derjenige, der von der Hochschule kommt, sind oft nicht mehr auseinander zu kennen. Ich schreibe seit 12 Jahren den Camgaroo Award aus und da nehmen junge Leute teil, die mit 12 oder 13 Jahren mit dem Filmemachen beginnen und die mit Anfang 20 einfach so super drauf sind, dass man durchaus von einer professionellen Qualifikation sprechen kann. Einige der Camgaroo Filmemacher besuchen dann auch eine Filmhochschule, aber manche eben nicht.



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