Schnitt

Kreative Schnitttechniken

Oft unterschätzt, ist der richtige Schnitt das A und O für einen guten Film. Schließlich geht es dabei nicht nur um das schlichte Aneinanderreihen von Szenen. Vielmehr muss die Handlung logisch und möglichst fließend dargestellt werden. Welchen Tricks Sie sich dabei bedienen können zeigt folgender Workshop.

Haben Sie beim Fernsehen die Schnitte schon einmal bewusst wahrgenommen? Nein? Dann waren diese perfekt gesetzt. Schnitte innerhalb einer Szene sollten so platziert werden, dass der Fluss der Handlung erhalten bleibt. 

Kleinste Fehler fallen hier sofort auf. Beispiel: Ein Schauspieler sitzt auf einer Tischkante, neben sich eine Tasse Tee. Er nimmt die Tasse und führt sie zum Mund. In der Bewegung soll der Schnitt erfolgen und schließlich das Gesicht des Darstellers zu sehen sein, der den Tee genießt. 

Man benötigt hierfür nicht unbedingt zwei Kameras. Die Aufnahmen können auch nacheinander erfolgen. Wichtig ist hier schon bei der Aufnahme darauf zu achten, dass die Bewegung vollkommen gleich erfolgt und der Darsteller die gleiche Körperhaltung und den gleichen Gesichtsausdruck innehat. Ist auch nur der Gesichtsausdruck anders oder der Schnitt erfolgt von einer Szene mit sich bewegendem Arm zu einer in der die Bewegung schon abgeschlossen ist, fällt das auch dem unbedarftesten Zuschauer auf. Haben Sie alles richtig gemacht sollte der Schnitt durch die Bewegung innerhalb des Bildes vollkommen natürlich wirken und nicht sonderlich auffallen. 

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In der Filmsprache spricht man hier vom korrekten „Anschluss“ der nächsten Szene. Sind Unterschiede zu bemerken so bezeichnet man diese als „Anschlussfehler“.

Bewegungen innerhalb des Bildes helfen einen Schnitt flüssiger wirken zu lassen. Noch eleganter wirkt es wenn sich eine Bewegung durch das ganze Bild erstreckt. Hierzu gibt es gleich ein paar Beispie

Beispiel 1: Belebte Straße im Vordergrund 

Auf der anderen Straßenseite geht der Darsteller. Dieser ist von den Beinen bis zum Kopf abgebildet. Im Vordergrund sind unscharf die schnell vorbeifahrenden Autos zu sehen. Es soll auf eine nähere Einstellung umgeschnitten werden. Hierfür werden nacheinander beide Sequenzen aufgenommen. In der Nachbearbeitung kann man sich nun die beste Stelle für den Schnitt herauszupicken. 

Am elegantesten ist hierbei die folgende Variante: Der Schnitt erfolgt genau in dem Moment, in dem ein Auto vorüber 

fährt. Das wirkt im Idealfall so, als würde das vorbeifahrende Fahrzeug den Blick auf die zweite Einstellung freigeben. Dazu muss natürlich sowohl in der Ausgangs als auch in der resultierenden Einstellung an der richtigen Stelle jeweils ein Fahrzeug gleicher Färbung und mit gleicher Geschwindigkeit vorbeifahren. Zusätzlich gilt zu beachten, dass die Laufbewegung des Darstellers natürlich aussehen muss. Die Beinstellung sollte am Schnittpunkt in etwa gleich sein (hier muss man schätzen, denn der Darsteller ist ja durch das Auto verdeckt). 

Beispiel 2: „Wackelkamera“

Auch wenn die Ausgangssituation statisch ist, lässt sich durch Bewegung ein Schnitt flüssiger gestalten — in diesem Fall durch Bewegung der Kamera. Gegen 

Ende der neunziger Jahre kam in der Werbung die „Wackelkamera“ auf. Ob Filtertütenhersteller oder Banken — kaum ein Werbespot war davor sicher. Auch wenn dabei die Kamera auf ein Stativ montiert ist, so wird durch 

fließendes Hin- und Herbewegen der Bildausschnitt ständig verändert. Das gibt der Aufnahme eine gewisse Dynamik. Fernsehserien wie „Stromberg“ bedienen sich dieser Technik bis heute. Mit ihr soll eine dokumentarische Anmutung erzeugt werden. 



  • In der Bewegung der Kamera lässt sich ein Schnitt bestens kaschieren.

  • Frontale Bewegungen: Der Schnitt erfolgt jeweils bei der Nahaufnahme.

  • „2001: Odyyssee im Weltraum“: Mit einem Schnitt...

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