Licht

LED Lampen im Einsatz

Das wichtigste gestalterische Mittel bei Film und Fotografie hat weder mit der Anzahl der Megapixel Ihrer Kamera noch mit der Größe des Aufnahmechips zu tun. Es ist meist kostenlos verfügbar und fällt vom Himmel, von der Decke oder durch die Fensterfront: das Licht. Gezielt eingesetzt verleiht Licht einem Motiv Spannung und Tiefe, lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters und verstärkt die Wirkung einer Szene.

Die rasante Steigerung der Lichtempfindlichkeit moderner Kameras bedeutet nicht etwa, dass ein Filmteam auf zusätzliches Licht wohl schon bald verzichten könnte. Der flaue Bildeindruck einer Überwachungskamera wäre die Folge. Auch zu viel an Licht aus der falschen Richtung wird zum Problem. Kameraleute versuchen aus gutem Grund die Sonne meist im Rücken zu halten. Denn so reizvoll Lensflare-Effekte durch Gegenlicht als ein Stilmittel gelegentlich auch sein mögen – für eine Interviewsituation oder Moderation sind sie denkbar ungeeignet.

Licht und Gegenlicht

Allerdings lassen sich Aufnahmen in eher ungünstigen Lichtverhältnissen oft nicht vermeiden. Je größer das Budget einer Produktion, umso größer der Aufwand an Lichtwagen und Schweinwerfern am Set, um gegen das Gegenlicht anzuleuchten oder das natürliche Licht zu akzentuieren. Ein kleineres Team oder ein Videoreporter als VJ ganz auf sich gestellt kann bei einer solchen Materialschlacht nicht mithalten. Und selbst dann, wenn ein Lichtkoffer zur Verfügung steht, reicht meist die Zeit nicht aus, das Licht für ein spontanes Interview zu setzen. Oft ist die klassische Drei-Punkt-Lichtsetzung auch zu unflexibel, wenn es zum Beispiel gilt, mit Schulterkamera oder VDSLR spontane Statements von Event-Besuchern einzufangen.

Möglichkeiten und Grenzen der Postproduktion

Aktuelle Kameras „sehen“ durch ihre hohe Lichtempfindlichkeit oftmals bereits besser als das menschliche Auge. Damit sind Aufnahmen auch unter extremen „low-light“- Bedingungen möglich. Eine intensive Nachbearbeitung in der Postproduktion ist bei solchem Material jedoch unumgänglich, denn ohne ein auf das Motiv abgestimmtes Licht fehlt es an Farben, Kontrast und Dynamik.

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Nahezu jedes Videoschnittprogramm bietet Möglichkeiten zur Anpassung von Helligkeit und Kontrast. Doch Helligkeit- und Kontraständerungen wirken sich auf das gesamte Motiv aus und verschlimmern das Ergebnis eher noch. Daher eignen sie sich nicht zur Korrektur eines „flachen“ Bildeindrucks.

Wenn definitiv kein Licht gesetzt werden kann und die Aufnahmen dennoch unverzichtbar sind, können Sie versuchen, den Bildeindruck in einem professionellen Schnittprogramm zu optimieren. Professionelle Schnittprogramme, wie Grass Valley EDIUS, Adobe Premiere oder Avid Media Composer bieten dazu exzellente Werkzeuge und ausgefeilte Möglichkeiten der selektiven Farbkorrektur. Anders als ein Kontrast- oder Helligkeitsregler erlaubt der YUV-Filter die unabhängige Bearbeitung von dunklen und hellen Partien, den sogenannten Tiefen und Lichtern.

Das Bild gewinnt an Kontrast und Sättigung, allerdings sind der Nachbearbeitung enge Grenzen gesetzt. Durch die Manipulation verstärkt sich das Bildrauschen und je nach Qualität und Datenrate des Kamera-Codecs werden Artefakte sichtbar, die ansonsten unbemerkt bleiben. Tipp: Sind intensive Farbkorrekturen geplant oder erwünscht, um zum Beispiel einen bestimmten „look“ zu erreichen, ist ein Fieldrecorder wie der Atomos Ninja 2 für nahezu jede Kamera die erste Wahl. Aufgenommen mit einem Atomos Fieldrecorder, der Datenraten bis zu 220 Mbit/s bei einem Farbsubsampling von 4:2:2 und 10bit Farbtiefe ermöglicht, lassen sich Störungen durch Artefakte nahezu vermeiden und damit der Spielraum für die Postproduktion erheblich erweitern.



  • magic130LED-Kopflicht im praktischen Einsatz

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  • Dimmbares magic130LED-Kopflicht Komplettpaket

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  • HD-Aufnahme im Gegenlicht vor einem Fenster ohne Aufhellung

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  • Die gleiche Aufnahme nach Korrektur mit dem YUVFilter erstellt mit Grass Valley EDIUS

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