Licht

Licht–Workshop: Natürliche Lichtbedingungen richtig nutzen

Ohne Licht geht nichts. Dieses einfache Prinzip gilt nicht nur für das Leben auf der Erde, sondern auch für die fotografische, filmische oder elektronische Aufzeichnung von Bildern. Bei einer Videokamera wird das Licht von den Linsen des Objektivs gebündelt und auf ein Prisma geworfen. Dort wird es dann in seine Farbspektren zerlegt und auf den Kamera-Chips geleitet, der das Licht in elektronische Signale umwandelt.

Der Umgang mit der Belichtung (welche Mengen des Lichtes die Blende passiert) ist entscheidend für die Ästhetik der Videoaufnahmen. Im Gegensatz zu einer großen Spielfilmproduktion hat man bei einer Videoproduktion selten die Möglichkeit, dem vorhandenen Licht mit unzähligen Lampen auf die Sprünge zu helfen. Bei der Fernsehberichterstattung muss hier meistens eine Handlampe oder ein Lichtkoffer mit drei Lampen ausreichen.

Schon kleine Hilfsmittel und der richtige Umgang mit der natürlichen Lichtsituation können ernorm dazu beitragen, die Bilder und deren Ästhetik zu optimieren. Einige Tricks, wie Sie mit den vorhanden Lichtbedingungen arbeiten können und was eine Styroporplatte dazu beitragen kann, haben wir hier zusammengefas

Eine gute Planung ist entscheidend!

Schon bei der Planung eines Motivs können Sie Problemen aus dem Weg gehen, indem Sie die natürlichen Lichtbedingungen berücksichtigen, wie z.B. die Wetterbedingungen und  den Sonnenstand. Informieren Sie sich vor dem Drehtag, ob es ein sonniger Tag wird oder ob der Himmel wolkenverhangen sein wird. An einem bewölkten Tag bleiben die Lichtbedingungen relativ konstant, die Kontrastverhältnisse sind gering und die Schatten weich. Mit wechselhaften Lichtbedingungen hat man dann weniger zu kämpfen, dafür wirken die Bilder häufiger flach und zu kontrastarm.

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Ein sonniger Tag bietet dagegen meist zu starke Kontraste für eine Videokamera und man muss Abstiche bei der Belichtung machen. Einige Bildteile werden absaufen oder überstrahlen, je nachdem, ob sich das Hauptmotiv in der Sonne oder im Schatten befindet. Stellen Sie Ihre Belichtung auf das Hauptmotiv ein und denken Sie daran, dass dieses Problem meist schon behoben werden kann, indem man einen engeren Bildausschnitt wählt, da dort nicht so viel Umgebung zu sehen ist. Vielleicht lässt sich eine Szene so in mehrere enge Bildausschnitte auflösen, die man dann im Schnitt zusammenfügt. Berücksichtigen Sie den Sonnenstand. Vermeiden Sie es, in der Mittagssonne zu drehen, denn hier sind die Schatten kurz und besonders hart. Gesichter sind dann mit Schatten überzogen und die Augen sehen aus wie dunkle Höhlen. Wenn Sie im Sonnenlicht drehen, richten Sie die Szene so aus, dass Sie die Sonne im Rücken haben und diese von vorne auf das Motiv scheint.

Bei längeren Szenen richten Sie sich nach Norden aus. So können Sie den ganzen Tag drehen und haben relativ konstante Bedingungen bezüglich des Sonnenstandes. Die Schatten wandern zwar, doch das wird nicht weiter auffallen, wenn Sie zuerst die „totalen Einstellungen“ drehen. Wenn Wolken aufziehen oder die Sonne langsam untergeht, können Sie bei den nahen Einstellungen wesentlich einfacher mogeln. Da man nicht die ganze Szene sieht, fällt es nicht auf, wenn Sie die Blende einfach öffnen. Vergleichen Sie die Belichtung mit den ersten Aufnahmen und versichern Sie sich so, dass die Szenen zusammenpassen. Achten Sie aber besonders auf die Farbtemperaturen, denn die können sich bei Außenaufnahmen erheblich verändern. Machen Sie also gegebenenfalls einen neuen Weißabgleich. Schließlich kann man bei einer Nahaufnahme ein Gesicht auch noch mit einer Handlampe aufhellen, ohne dass man die Beleuchtung des Hintergrunds anpassen muss. Achten Sie generell darauf, dass das Licht vorne auf die Szenen oder Person fällt, außer Sie wollen beispielsweise den Effekt einer schattenhaften Silhouette erzielen.



  • Das Licht eines wolkenverhangenen Tages ist diffus und kontrastarm

  • Das Licht in der Mittagssonne erzeugt harte Schatten...

  • ...bietet aber durch den hohen Kontrast auch interessante Lichtstimmungen.

  • Belichtet man ein Gesicht gegen die Sonne, überstrahlt der Himmel hoffnungslos.