Postproduktion

Schmalfilme digitalisieren

Schon das Leben der Nachkriegsgeneration hingegen konnte in bewegten Bildern dokumentiert werden – auf Filmformaten wie 16mm, Doppel-8, Normal-8 und schließlich Super 8. Der „Super 8 Generation“ wiederum standen zur Dokumentation ihres Nachwuchses bereits die Videoformate VHS und Video 8 zur Verfügung. In dieser Folge beschäftigen wir uns damit, wie man altes Schmalfilm- und analoges Videomaterial digitalisiert. In der nächsten Ausgabe erhalten Sie dann wichtige Tipps zum Digitalisieren analoger Videokassetten.

Unterschiedliches Farb und Kontrastverhalten

Zunächst einmal wollen wir uns der Digitalisierung von klassischem Filmmaterial widmen. Neu ist das Thema nicht: Schon zu VHS-Zeiten wurden Schmalfilme auf das analoge Videosystem überspielt – systembedingt war das Ergebnis aber immer schlechter als das Filmoriginal. Mit DV stand endlich ein adäquates Speicherformat zur Verfügung. Auflösung, Farbqualität und das Fehlen von Farbsäumen oder flimmernden Farbflächen liefern ein Ergebnis, dass praktisch dem Filmoriginal gleichkommt. Nur das Kontrastverhalten des chemischen Films – die Fähigkeit, den Unterschied zwischen hellen und dunklen Motiven auszugleichen – wird auch weiterhin dessen Domäne bleiben. Heimvideo kann hier trotz ausgefeilter Technik und Programmautomatiken zur Bildbeeinflussung an diese Fähigkeit nur bedingt heranreichen. Für die neuen HD-Formate gilt dies im Übrigen auch. Interessant dürfte diesbezüglich die Auswirkungen des xv.YCC-Standards sein, der aber erst mit HDMI 1.3 greifbar wird und eine höhere Farbtiefe verspricht, die sich eigentlich auch auf das Kontrastverhalten auswirken müsste.

Transferservice oder selber machen?

Für das Digitalisieren von Zelluloidfilmen wie Doppel-8, Normal 8 und Super 8 gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man beauftragt einen professionellen Transferservice damit, oder man macht es selbst. Im Internet tummeln sich zahlreiche Anbieter für den Schmalfilmtransfer – doch die Tarife, wie auch die Ergebnisse sind recht unterschiedlich, wie die Erfahrungen zeigen. Wer nur wenig Filmmaterial für seine Familienchronik benötigt, oder wenn dieses sich in einem schlechten Zustand befindet, sollte es einem professionellen Transferdienst anvertrauen – nicht ohne sich vorher zu informieren, wie mit porösem Filmmaterial, defekten Klebestellen oder der Korrektur von Farbstichen verfahren bzw. ob dies extra berechnet wird. Eine Filmreinigung vor Beginn der Abtastung sollte selbstverständlich sein. Durch diese vermeintlichen Sonderwünsche mutiert dann plötzlich so mancher Billiganbieter zur Apotheke. Zum Testen sollte man am besten erst einen kurzen Probefilm einsenden.

Was tun bei Tonfilmen?

Was bei den ersten Heimvideos schon selbstverständlich war, ist bei alten Schmalfilmen die große Ausnahme: Der Ton. Nur wenige gönnten sich den zusätzlichen Luxus, Live-Ton aufzunehmen. Sofern bei solchen Filmen die Tonspur noch brauchbar ist, sollte man auch hier einen professionellen Transferdienst beauftragen. Verfügt man über einen funktionstüchtigen Tonfilmprojektor kann man das Geld sparen und sich selbst an die Arbeit machen. Wichtig ist dabei, dass Bild und Ton synchron aufgenommen werden. Das Camcordermikrofon scheidet dabei aus, denn es nimmt vor allem das Rattern des Projektors auf. Um dies zu umgehen, muss der Diodenausgang des Projektors mit dem Mikrofoneingang des Camcorders verbunden werden. Passende Kabel von 5-Pol DIN auf 3,5mm Klinke gibt es zwar im Zubehörhandel, doch ist dies erst die halbe Lösung. Da der Diodenausgang des Projektors eine höhere Signalspannung liefert als der Mikro-Eingang des Camcorders verträgt, würde der Ton stark verzerrt aufgenommen werden. Deshalb eignet sich nur ein Kabel mit einem eingebauten Vorwiderstand, wie es z.B. bei Hama erhältlich ist. Leider fehlt seit mehr als zwei Jahren bei den meisten Camcordermodellen unter 600 Euro ein externer Mikrofoneingang. In diesem Fall bleibt sowieso nur die Beauftragung eines Transferdienstes.

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  • Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

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