Postproduktion

Special Effects: Die Tricks der Filmemacher

Dinosaurier, Explosionen, Feuerbälle, Riesenwellen, Raumschiffe, Laserschwerter und Lichtblitze: „Wie haben die das nur gemacht?“ Camgaroo hat für Sie hinter die Kulissen geblickt.

Special Effects sind Illusionen und Täuschungen des Auges – Ein Thema, mit dem sich die Menschen schon vor Jahrhunderten beschäftigt haben und das bis heute seine Faszination nicht verloren hat. Der Einsatz visueller Effekte im Film ist nahezu so alt wie der Film selbst, einzig Technik und Möglichkeiten haben sich im Laufe der Jahre gewande

Der Stoptrick

Einen der einfachsten visuellen Effekte bezeichnet man als „Stoptrick.“ Beim Stoptrick wird der Film in der Handlung aufgehalten. Bevor weitergedreht wird, tauscht man Requisiten oder Darsteller aus. So entsteht im fertigen Film der Eindruck, als würden Dinge auf magische Weise erscheinen oder verschwinden.

Beispiel: Erinnern Sie sich noch an die hübsche Fernseh-Hexe „Genie“ – nach einem Fingerschnippen verschwand sie dank des Stoptricks wie von Geisterhand.

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Doppelbelichtungen

Filmmaterial benötigt eine bestimmte Menge Licht, um ausreichend belichtet zu werden – das weiß jeder Fotograf und wählt, je nach aufzunehmenden Motiv und vorhandener Beleuchtung, die passende Kombination aus Blende, Verschlusszeit, Objektiv und Filmmaterial. Grundsätzlich kann ein Film aber beliebig oft belichtet werden. Wollte man also z.B. einen Schauspieler „gespenstisch“ halbtransparent wirken lassen, müsste einfach mit dem gleichen Filmmaterial zweimal die gleiche Szene gedreht werden, einmal mit und einmal ohne Schauspieler. Öffnet man dabei die Blende bei beiden Aufnahmen nur halb so weit, als nötig, wäre das Ergebnis eine korrekt belichtete Aufnahme mit einem halbtransparenten Akteur. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Einsatzmöglichkeit der Doppelbelichtung. Schützt man mit Hilfe einer Maske bestimmte Bereiche des Filmmaterials vor der Belichtung, lassen sich diese später seperat belichten. Optimal ist diese Technik unter anderem für Doppelgängeraufnahmen. Hierbei spricht man dann auch von der „Split-Screen-Aufnahme. 

Beispiel: In Michael „Bully“ Herbigs Kassenschlager „Der Schuh des Manitu“ wurden unzählige der Doppelgängeraufnahmen mit der Split-Screen-Technik gemacht. (Auch wenn diese Split-Screens zugegebenermaßen erst in der Nachbearbeitung um- und zusammengesetzt wurden)

Rückpro

Die Rückprojektion (Auch Rückpro bezeichnet) stellte die erste kostengünstige Möglichkeit dar, Schauspieler, die im Studio aufgenommen wurden, in beliebige Schauplätze einzusetzen. Vor allem bei Autofahrten leistete und leistet die Rückprojektion gute Dienste. Die Schauspieler agieren im Studio vor einer weißen Leinwand, die von hinten von einem Projektor angestrahlt wird. Dieser ist mechanisch mit der Kamera synchronisiert. Leider hat diese Technik physikalische Grenzen. So wirkt der projizierte Hintergrund einer Rückpro-Aufnahme immer etwas matt – ein Ergebnis der mangelnden Leistung der Projektoren.

Beispiel: Im deutschen U-Boot-Drama „Das Boot“ bedienten sich die Tricktechniker extensiv der Rückprojektion, um z.B. Meeres-Aufnahmen hinter die im Studio auf Modellen agierenden Akteure zu bekommen.

Aufpro

Die Aufpro darf als Weiterentwicklung der Rückprojektion bezeichnet werden. Grundlage dieses Verfahrens ist ein reflektierendes Material, auch bekannt als „Scotchlite“. Dabei handelt es sich um eine aus kleinen Glaskügelchen bestehende, stark reflektierende Folie. Diese kommt im Übrigen auch bei Straßenschildern zum Einsatz. Die Darsteller werden vor einer reflektierenden Leinwand positioniert, der Projektor steht im 90 Grad Winkel zur Kamera. Ein halbdurchlässiger Spiegel im 45 Grad Winkel lenkt nun zum einen die Bilder des Projektors auf die Leinwand hinter den Akteuren, lässt aber auf der anderen Seite das Licht der Szene ungehindert zur Kameralinse durch, die das fertige Gesamtbild aufnimmt.



  • Animatronics-Maske

  • Eine typische Rückprojektions-Installation

  • Die Aufprojektion ist eine Weiterentwicklung der Rückprojektion und liefert deutlich kontrastreichere Hintergründe als sein „Vorgänger“.

  • Clark, der Held der Erfolgsserie „Superman“ fliegt nur Dank der Bluebox/Greenbox-Technik durch die Wolken.

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