3D/Stereoskopie

Stereoskopie-Grundlagen, Teil 3: Polarisations-Technik

Die Polarisations-Technik findet vor allem im Kinobereich (IMAX) ihre Anwendung. Dabei erfolgt die Trennung der Bilder durch polarisiertes Licht. Einer Lichtwelle wird dabei eine bestimmte Schwingungsrichtung zugeordnet. Linear polarisiertes Licht hat die Eigenschaft, nur in einer bestimmten Richtung bzw. Ebene zu schwingen.

Diese Eigenschaft nutzen die Kinobetreiber, die bekannterweise mit zwei Projektoren arbeiten. Dabei wird z.B. das Licht des linken Bildkanals so polarisiert, dass es in einer Ebene senkrecht zur Ebene des rechten Bildkanals schwingt. Dies wird durch die Montage von Polarisationsfilterfolien vor dem jeweiligen Objektiv des Projektors erreicht. Auf der Leinwand werden die beiden unterschiedlich gepolten Lichtwellen überlagert. Der Kinobesucher, der die den Schwingungen entsprechende Polarisationsbrille auf der Nase trägt, sieht dann mit dem linken und rechten Auge unterschiedliche Lichtanteile. So lässt der Polfilter vor dem linken Auge in unserem Beispiel nur die horizontalen Lichtstrahlen der linken Bildquelle durch, im Gegensatz dazu der Polfilter vor dem rechten Auge nur die vertikalen Lichtstrahlen.

Voraussetzung für die Projektion ist eine spezielle Silberleinwand, die einfallendes Licht nicht streut, so dass die Polarisationsrichtung bei der Reflexion erhalten bleibt. (siehe Abbildung).

Relativ neu ist die zirkumpolare Polarisationstechnik. Dabei dreht sich das polarisierte Licht schraubenförmig um die eigene Achse entweder mit oder gegen den Uhrzeigersinn. Die zirkumpolare Polarisationstechnik kommt sogar nur mit einem Projektor aus bzw. wird bei stereoskopischen LDC-Panels angewandt. Das in Amerika weit verbreitete Real DSystem arbeitet mit dieser Technik. Ein spezieller Vorsatzfilter vor dem Objektiv des Projektors sorgt dafür, dass die Bilder für das linke und rechte Auge abwechselnd hintereinander in der jeweils gegensätzlichen Polarisation projiziert werden. Beim LCD Panel wird das Panel zeilenweise zirkumpolar polarisiert.. Das Panel gibt dann beispielsweise für das linke Auge die ungeraden Zeilen mit den im Uhrzeigersinn gedrehten Lichtwellen, für das rechte Auge die geraden Zeilen mit den gegen den Uhrzeigersinn polarisierten Lichtwellen aus.

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Vorteil dieser Technik ist, dass das LCD-Panel für beide Darstellungsarten (2D und 3D auf Knopfdruck) eingesetzt werden kann. Allerdings halbiert sich natürlich durch das Zeilenverfahren die Auflösung des Monitors im 3D-Bereich. Diese Monitore werden vor allem als Preview Monitore bei der 3D-Produktion benützt, wenn eine Ausgabe über Projektoren zu aufwändig wäre.



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