Postproduktion

The Art Of Special Effects: George Lucas’ letzte Sternenschlacht

Mit “Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith” zündet George Lucas eine Visual-Effects-Bombe, die ihres Gleichen sucht. Kraft 64-Bit-CPU, “digital compositing” und neuester Software ist es dem Zuschauer nur schwer möglich, den Unterschied zwischen real gefilmter und digital erzeugter Filmrealität zu unterscheiden. Für Fans der bis zum äußersten Detail ausgearbeiteten Star-Wars Welt ist ein Traum wahr geworden. Den durchschnittlichen Kinogänger erwartet jedoch eine eher unbehagliche Sinnesüberflutung...

George Lucas gehört zu den großen des Filmgeschäfts, so viel ist sicher. Er erarbeitete sich seinen Ruhm in den 1970er und 80er Jahren mit der Star-Wars-Originaltrilogie (Episode IV bis VI) mit deren genialer Synthese von Science-Fiction-, Western und Comicelementen. Obwohl diese Mischung bei den Prequels etwas missraten ist, waren sie ebenso erfolgreich, wenn auch nicht ganz so emotional verehrt. Warum? Wahrscheinlich weil es mehr um den Star-Wars-Kult geht, als um die Filme selbst. Wohl auch, weil die neuen Episoden über das zweite bestechende Merkmal der ursprünglichen Trilogie verfügen: unglaublich aufwendige und zweifellos spektakuläre Visual Effects von atemberaubender Qualität. Es ist schwer, im neuen Jahrtausend epochemachende Effekte hervorzubringen. Der letzte Umbruch geschah mit “Matrix”. Interessant ist bei den neuen “Star Wars” Produktionen, in welchem Umfang auf neue Techniken gesetzt wird. Dutzende von kleineren Filmen profitieren von der Pionierarbeit von Industrial Light and Magic (ILM), der Special-Effects-Schmiede von George Luc

Es wurden 1.900 Szenen am Computer erstellt

Für “Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung” brauchte Lucas gerade mal 65 Drehtage, die digitale Nachbearbeitung zog sich noch nahezu zwei Jahre hin. Es wurden 1.900 Szenen am Computer erstellt. Das sind fast viermal so viele computeranimierte Spezialeffekte, wie bei dem Superblockbuster “Titanic”. Bei den darauf folgenden Filmen hat sich diese Entwicklung fortgesetzt.

Aber auch die konventionell gedrehten Szenen werden mit klassischen “Special Effects” (SFX) aufgepeppt. SFX sind Effekte, die - im Gegensatz zu den “Visual Effects” (VFX) der Postproduktion - vor laufender Kamera entstehen. In manchen Fällen sind die VFX zu teuer, oder man erzielt ein überzeugenderes Bild mit einem echten Schauspieler vor der Linse. So ist beispielsweise digital generiertes Wasser in der Entstehung so mühselig, dass es sich laut Special Effects Supervisor Dave Young fast nicht bezahlen lässt. Dessen Chef Lucas meint hierzu: “Wenn eine Figur im Wasser ist, muss der Schauspieler tatsächlich im Wasser sein - denn er muss ja nass werden. Es gibt ein Zusammenspiel zwischen der Realität, dem Schauspieler und vielen anderen Dingen die sich einfach nie ändern werden. Man muss vieles immer noch inszenieren, um es im Film so wirken zu lassen, als gäbe es die Umgebung tatsächlich.” Doch selbst im großen Wasserbecken schwimmend agieren die Darsteller vor einem Greenscreen. Diese Bildbereiche werden später wiederum von digital erzeugten Bildern ersetzt.

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Bei so viel CGI muss natürlich die modernste Technik her. Chiphersteller und Intel-Rivale AMD gab letzten Sommer stolz bekannt, dass Lucas’ Effekte-Firma ILM für die Produktion von “Episode III” mit JAK Films zusammenarbeiten würde. Die Film-Produktionsfirma JAK pflegt eine langjährige Geschäftbeziehung mit AMD. Daher stattete sie die Workstations, die das Zusammensetzen von Bildern sowie das Rendering übernehmen mit AMDs 64-Bit-CPU “Opteron” Prozessoren aus. Die JAK-Computer berechneten außerdem die 3D-Modellierung, Ausleuchtung, Schatteneffekte und Strukturen der CGI-Szenen.

Im Einsatz - Maya + After Effects

Auf den Workstations laufen unter dem Betriebssystem Windows XP Pro die Softwarepakete “Maya” von Alias und “After Effects” von Adobe. Dies gab Lucas die Möglichkeit der Pre-Visualisierung. So konnten erste Eindrücke von der Entwicklung des Films gewonnen werden, obwohl dieser nur digital vorlag.



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