Interview, Aktuelle Produktion

Im Interview: Dokumentar-Filmemacherin Anneliese Possberg

 Mittwoch, 25. Juli 2012: Anneliese Possberg gewann mit Ihrem Beitrag „Meine Eiswelt“ den 3. Platz beim Camgaroo Award 2011 in der Kategorie Dokumentarfilm Reisen/Kultur. Ihr Film bietet einen Einblick in die Umwelt der Kaiserpinguine. Wir haben die Dokumentarfilmerin zu Ihren Erfahrungen und Erlebnissen in der Antarktis befragt. Vorallem wollten wir wissen, wie Sie und Ihr Equipment die dortigen Extremsituationen bewältigt haben.
[Text- und Bildmaterial: Gabriele Lechner und Anneliese Possberg, © Camgaroo/LechnerMedia]

Seit wann filmen 
Sie und wie kamen Sie zum Filmemachen?

2004 habe ich meine Leidenschaft zum Filmen entdeckt. Es war auf unserer Hochzeitsreise im Osten USA. Mein Mann, als passionierter, langjähriger Fotograf, war, wie üblich, dabei, die Farben des Indian Summers in Maryland einzufangen und ich musste minutenlang warten, bis er mit seinen Fotos fertig war. Ich habe mich deswegen stark aufgeregt, weil ich immer passiv zusehen musste und mich nutzlos fühlte. Also schlug mein Mann vor, dass ich versuchen könnte, auf unseren Reisen zu filmen. Allerdings sei das sehr schwer und das Material müsste noch anschliessend auch noch bearbeitet werden. 

Zurück in New York kaufte er mir einen kleinen JVC Camcorder und die restlichen fünf Tage in New York begann ich zu filmen. Mein Mann brachte mir Kenntnisse wie Bildaufteilung, Licht, Blende etc. bei. Als wir dann zu Hause das Material in iMovie geschnitten hatten, war mein Mann von dem 10 Minuten Film so begeistert, dass er mir sofort eine Prosumer Kamera (Canon XM2) kaufte. Damit habe ich meinen ersten Reisefilm in Madagaskar gefilmt. 

In den acht Jahren habe ich fünf Kameras gewechselt. Die geliebte Canon XM2 habe ich für eine Canon XH-A1 eingetauscht, die in halb HD aufnehmen konnte. 

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Auf unserem Abenteuer quer durch Nordafrika habe ich schnell festgestellt, dass eine DV Kamera in der Wüste unter schweren Bedingungen schnell ihre Grenzen erreicht: durch die Schwingungen am Motorrad brach das Mikrophon ab und der Sand und Staub setzte dem Motorgetriebe für das Band schnell zu. Deshalb kaufte ich eine kleine Canon Full HD Kamera 
mit Chip. Der Vorteil der geringen Größe war, dass ich in Ländern mit schwierigen Situationen, wie Tibet oder Westchina, unbemerkt filmen konnte.

Meine letzte Akquisition waren eine Sony AX200 und eine Panasonic PM700, die ich auch heute benutze. Filmen bedeutet für mich eine Art mit der Umwelt zu kommunizieren. Dadurch kann ich am Besten meine 
Eindrücke von unseren zahlreichen Reisen verarbeiten und den Mitmenschen mitteilen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber ein bewegtes Bild sagt mehr als 1000 
Bilder. 

Wie haben Sie sich auf die Expedition in die Antarktis vorbereitet?

Die Vorbereitungen für dieses Abenteuer mussten sehr schnell laufen. Wir kamen gerade Anfang Oktober 2010 von unserer Motorrad Expedition in Tibet zurück, da erhielten wir eine Einladung von einem Fotografen, 2011 an seine Fotoreise in die Antarktis teil zu nehmen. Auf meine Frage, ob wir dabei Kaiserpinguine sehen werden, wies er mich darauf hin, dass die letzte Reise zu den Kolonien des Kaiserpinguinen in 3 Wochen beginnen wird. Der Eisbrecher würde nämlich zurück gezogen. 

Ich schrieb sofort das einzige Unternehmen an, dass diese Art von Expeditionen organisiert und ich hatte Glück denn eine Kabine (sogar zu erschwinglichen Preisen) war noch frei. Die Flugsuche verlief komplizierter denn es gibt keine direkte Verbindung nach Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt in Argentinien. Mit Hilfe eines Reisebüros aus Passau konnte ich noch zwei Flugtickets buchen. 



  • Anneliese Possberg beim Dreh des Dokumentarfilms "Meine Eiswelt"

  • Dokumentarfilmemacherin Anneliese Possberg

  • Szene aus dem Dokumentarfilm "Meine Eiswelt"

  • Dreharbeiten zum Dokumentarfilm "Meine Eiswelt"

  • Szene aus dem Dokumentarfilm "Meine Eiswelt"