3D, Nachbearbeitung, Workshop
Stereoskopische Ausgabe mit 3D-Software ohne Zusatz-Plug-Ins: Teil 2
Montag, 09. August 2010: Dieser Teil des Workshops zeigt einen häufigen Fehler der bei der Produktion von stereoskopischen Animationen gemacht wird und eine Möglichkeit diesen zu umgehen - stürzende Linien und perspektivische Verzerrungen.

Links: Parallele Ausrichtung - Nutzbar ist nur der hier rot markierte Bereich. Zudem muss noch der Konvergenzversatz in der Nachbearbeitung optimiert werden.
Rechts oben: Direkt übereinander gelegt erscheint das Bild so. Die 3D-Wirkung ist mit viel Mühe erkennbar. Der Bildinhalt schwebt scheinbar vor der Projektionsebene.
Rechts unten: Hier wurde der Konvergenzversatz optimiert. Die Augen der kleinen Statue sind genau auf der Projektionsebene. Die farbigen Bereiche links und rechts enthalten keine räumliche Information und müssen abgeschnitten werden.
Stürzende Linien
Auch wenn die vorangegangene Methode grundsätzlich funktioniert, können bei der Betrachtung so erzeugter 3D-Filme Irritationen auftreten. Wird eine kürzere Brennweite (Weitwinkel) verwendet, sind diese besonders stark — bis hin zum kompletten Zusammenbruch des 3D-Eindrucks. Der Grund dafür sind die „Stürzenden Linien“. Der Begriff ist auch in der Fotografie gebräuchlich und bezeichnet den Effekt der auftritt, wenn Filmebene und Motivebene nicht parallel zueinander stehen. Beispiel: Wird ein Hochhaus mit nach oben geneigter Kamera fotografiert verjüngen sich die eigentlich parallelen senkrechten Gebäudekanten nach oben hin. In der Architekturfotografie behilft man sich hier mit einem so genannten Shift-Objektiv. In unserem Beispiel sind die Kameras leicht nach links oder rechts gedreht — mit der Folge, dass waagerechte Linien, die eigentlich deckungsgleich abgebildet werden müssten, unterschiedliche Winkel aufweisen.
Parallele Kameras
Die einfachste Lösung um diesem unerwünschten Effekt entgegenzuwirken ist die parallele Anordnung der Kameras zueinander, stürzenden Linien werden so erfolgreich verhindert. Allerdings muss man hier in der Nachbearbeitung die Bilder zueinander verschieben um die Lage der späteren Bildschirmebene zu bestimmen.
