News, Nachbearbeitung, Schnitt

QuickTime 6 Pro

 Donnerstag, 09. Januar 2003: Lange musste Apple die neue Version 6 von Quick Time zurückhalten, wegen rechtlicher Probleme in Bezug auf den MPEG-4 Codec. Nun wurde Apples Multimedia Architektur in Mac OS X 10.2 integriert und der QuickTime-Player lässt sich auch wieder umsonst unter www.apple.de/quicktime herunterladen. Auch wenn der MPEG-4 Codec hervorragende Bilder mit sehr niedrigen Datenraten liefert, kann der QT-Player nicht mehr als diese Dateien abspielen. Für 35 Euro gibt es jedoch QuickTime Pro, das zu sehr viel mehr fähig ist. Selbst Schnitt und Bild-in-Bild Effekte sind damit möglich.

Was ist Neu an Quick Time 6



Bereits am 13. Februar 2002 stellte Apple auf der QuickTime Live Conference in Los Angeles QuickTime 6 vor. Viel umworbenes Hauptmerkmal ist die Einbettung des MPEG-4 Standards, in die ohnehin schon umfangreiche Codec-Bibliothek. Zusammen mit dem neuen QuickTime Streaming Server 4 und der neuen QuickTime Broadcaster Software stellt QuickTime 6 die erste komplette Lösung für die Übertragung von MPEG-4-basierten Inhalten dar. QuickTime 6 ist entgegen den MPEG-4 Derivaten von Microsoft, eine voll skalierbare, ISO-konforme MPEG-4-Lösung.

Wie berichtet musste das Programm wegen rechtlicher Streitigkeiten mit der MPEG Group lange Zeit zurückgehalten werden. Man wollte keine Lizenzgebühren für jeden Player bezahlen, der den MPEG-4 Codec integriert hat, was von den Inhabern der Patentrechte aber gefordert wurde. Doch diese Streitigkeiten wurden überwunden und zusammen mit Jaguar konnte QuickTime 6 endgültig an den Anwender ausgeliefert werden. Nicht zuletzt deswegen, weil QuickTime von der „International Organization for Standards“ (ISO) als das zugrundeliegende Daten-Format für MPEG-4 ausgewählt wurde und somit die Basis für die Entwicklung des Codecs darstellte.

Daneben wurde auch der Advances Audio Codec integrieret, kurz AAC genannt, der Audiodaten wesentlich effektiver komprimieren kann, als der unter dem Namen „MP3“ bekannte Codec. Die Audiodaten einer MPEG-4 Datei werden ebenfalls in AAC kodiert und die Fachwelt sieht AAC als den legitimen Nachfolger der MP3-Datei.

ANZEIGE:

Der neue QuickTime-Player kann nun MPEG-1 Dateien abspielen und mit einem zusätzlichen Plug-in auch MPEG-2 Dateien. Dies kostet allerdings 25,-- Euro und kann im „Apple Store“ (www.apple.de) erworben werden.

Darüber hinaus unterstützt QuickTime auch das Flash 5 Format. Eine sogenannte „Skip Protection“ soll die Übertragung über das Internet verbessern, und Aussetzer verhindern.

Interessant ist der QuickTime Streaming Server 4, der ebenfalls mit der Fähigkeit ausgestattet ist, MPEG-4- und MP3-Inhalte zu übertragen. Der QuickTime Streaming Server 4 steht als Open-Source für verschiedene Plattformen unter www.apple.com/quicktime/products/qtss zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dazu gibt es, ebenfalls kostenlos, die QuickTime Broadcaster Software für Mac OS X, die zusammen mit dem QuickTime Streaming Server 4 Liveübertragungen über das Internet ermöglicht.