Kamera/Bildgestaltung

Astronauten bei der Arbeit

 
Camgaroo: Gab es eigentlich spezielle 3D-Vorgaben von den Sendern?

Lustigerweise hatten wir in punkto S3D keine Vorgaben von den beteiligten Sendern. Wir haben uns aber an den BskyB TV-Standard gehalten, der z.B. vorgibt, dass die positive Parallaxe nicht mehr als 2% betragen soll. 

 
Camgaroo: Wie erfolgten die Aufnahmen in der Raumstation – war das Aufnahmeteam Vorort?

Wir selber nicht, da fehlten uns auch an je 20 Mio. Dollar. Aber bei der NASA drehten wir die technischen Trainings mit Alexander Gerst in einem Mock-up, einem 1:1 Modell, der Raumstation im Johnson Space Center in Houston TX. Einer der Höhepunkte bildete auch der Unterwasserdreh im "Neutral Buoyancy Laboratory" (NBL) der NASA in der "Sonny Carter Training Facility". Die Trainingshalle besteht aus einem riesigen Indoor-Pool, in dem Astronauten "Extravehicular Activities" also Ausstiege aus der Internationalen Raumstation in einem schwerelosigkeitsähnlichem Zustand Unterwasser trainieren. Dazu ist ein weiteres Modell der ISS in einem 24 Millionen-Liter-Wassertank versenkt. Mit einem Prototyp des Damm Aquaspace 3D-Unterwassergehäuses für die Z10000 entstanden so eindrucksvolle Aufnahmen des sechsstündigen Astronauten-Trainings in der "Schwerelosigkeit". Die Aufnahmen aus der echten ISS stammen größtenteils vom Astronauten André Kuipers, der mit einer Panasonic 3DA1 und einer ESA-Eigenentwicklung in Stereo3D für uns drehte. Überspielt wurde das Material dann über die Internetverbindung der Station.

 
Camgaroo: Welche Erfahrung konntest Du darüber hinaus sammeln, die für unsere Leser interessant sind?

Speziell war z.B. auch der Dreh in der "Cupola" der ISS. Dabei handelt es sich um einen kuppelförmigen Beobachtungsturm der Internationalen Raumstation, von wo aus der Roboterarm der Station gesteuert wird. Im "Johnson Space Center" stand ein Trainingsmodell dieses Turms mit virtueller Aussicht auf den erwähnten Roboterarm und die restliche Station. Während das Cupola-Modul in echt nachgebaut war, sah man durch die Scheiben auf mehrere Leinwände, die von Beamern mit live-gerechneten Ansichten bestrahlt wurden. Wie sich schnell zeigte, liefen diese in der amerikanischen Standard-Taktfrequenz von 60Hz. Da die HDC-Z10000 aber im 25P-Modus weder 1/30 noch ein 1/60 als Belichtungszeit kannte, entschlossen wir uns, die Kamera für dieses Motiv im 24P-Modus neu zu starten und hatten in dieser Betriebsart dann die Möglichkeit mit einer Verschlusszeit von 1/60 und somit synchron zur NTSC-Projektion zu drehen.

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Für etablierende Totalen der Drehorte nutzte ich das SidebySide-Rig mit den zwei HPX-250, um auch weit entfernten Objekten etwas mehr Plastizität zu verleihen. Dabei wurden die HD-SDI-Signale der beiden Kameras über ein Inition Stereobrain „zusammengemuxt“ und auf einem 2D-Monitor dargestellt. Damit konnten die Kameras zueinander abgeglichen und der gewünschte Tiefeneindruck eingerichtet werden. 



  • Für 3D-Effekt Rot-Cyan-Brille benutzen

  • DoP Matthias Bolliger beim Dreh im "European Astronaut Centre" der ESA in Köln

  • Aufnahmen im Sternstädtchen bei Moskau,- Herz der sowjetischen und russischen Raumfahrtprogramme

  • Einer der Höhepunkte war der Unterwasserdreh im Neutral Buoyancy Laboratory der NASA in der Sonny Carter Training Facility in Houston. Die Z10000 befand sich in einem Damm Aqua-Space 3D-Unterwassergehäuse

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