Ton

Der Ton macht die Musik, Teil 2

Als gestaltenden Takt hatte ich mein Musikausschnitt mit schlagenden Geräuschen. Nun galt es das Abschießen und Explodieren von Kanonenkugeln und das Abfeuern aus Vorderladern zu arrangieren.

Ich fühlte mich wie wie ein Komponist. Die Vertonung sollte immer dramatischer werden. BUMM –PENG–PENG–BUMM–PENG–BUMM- BUMM-BUMM - - PENG. So in etwa meine Komposition. Liest sich zwar ziemlich blöde aber nur so war es mir möglich, meine Vorstellungen akustisch umzusetzen und diese Umsetzung wiederum war das „Drehbuch“ für die Bildgestaltung und für das Arrangieren der einzelnen Standbilder.

Nun ein paar unattraktive Fakten oder Gesetzmäßigkeiten, ohne deren Betrachtung allerdings jede Tonmischung zum Problem werden kann. Die wichtigste Information in meinem Film ist der gesprochene Text. In der Audioaussteuerung bedeutet dies, dass die lautesten Töne bei 0dB liegen müssen und nicht von anderen Informationen, wie Geräusche oder Musik, überlagert werden dürfen. Technisch gesagt heißt das, dass andere Töne mindestens mit einem Abstand von minus 12dB zum gesprochenen Text angelegt werden müssen und auch Töne untereinander eine deutliche Trennung von mindestens minus 10dB haben müssen. Wäre das nicht der Fall, würden sämtliche Geräusche undefinierbar klingen.

ANZEIGE:

Ein kleiner Ausflug in die Kunst des Komentarsprechens

Texte einzusprechen ist eine Sache für sich. Jedem, der darin nicht geübt ist, erscheint es anfangs befremdlich, wenn er seine eigene Stimme hört. Das liegt daran, dass jeder Mensch sich selbst nicht nur mit seinen Ohren, sondern auch mit seinem Körper hört. Wenn Sie mal hören wollen, wie Ihre Stimme wirklich klingt, dann halten Sie einmal Ihre Hände hinter die Ohren und sprechen dann einmal etwas. So können Sie hören, wie Ihre Stimme wirklich klingt. Nehmen Sie einen Kopfhörer beim Sprechen. Damit kontrollieren Sie Ihre Stimme am besten. Gewöhnen Sie sich an Ihre Stimme. Besonders wichtig ist beim Sprechen eines Kommentars, dass er natürlich wirkt. So, als würde gerade eine Geschichte erzählt. Bei ungeübten Sprechern klingt es oft wie abgelesen, mit den typischen Betonungsfehlern, die wir beim Lesen in der Schule beigebracht bekamen.

Als Beispiel: Bei einem Komma im Satz die Stimme anzuheben und bei einem Punkt abzusenken. Vergessen Sie das. Senken sie grundsätzlich Ihre Stimme bei einem Satzzeichen ab. Und betonen Sie niemals die letzte Silbe in einem Satz. Immer die vorletzte. So klingt es natürlicher. Kennen Sie einen Profisprecher, deren Stimme Ihnen besonders gefällt und zum Klang Ihrer Stimme passt? Nehmen Sie ihn sich als Vorbild. Hören Sie sich mehrfach von ihm gesprochene Texte an. Lernen Sie seine Sprechund Atemtechnik. Achten Sie einmal darauf, wo er Sprechpausen im laufenden Satz macht. Versuchen Sie, den gleichen Text selbst zu sprechen. Und noch mal, und noch mal, und noch mal. So lernen Sie seine Tricks kennen. Wenn Sie Ihren eigenen Filmtext einsprechen wollen, unterbrechen Sie nicht, wenn Sie sich verhaspelt haben.