Ton

Der Ton macht die Musik, Teil 2

Wiederholen sie den Satz oder die gesamte Passage. Das ist besonders wichtig, da Sie sonst aus dem Takt Ihrer Sprechgeschwindigkeit kommen und es sehr schwer ist, das anfangs eingelegte Sprechtempo wieder zu finden. Haben Sie alles eingesprochen, kontrollieren Sie die gesamte Aufnahme und machen sich immer dann einen Strich auf Ihrem Textmanuskript, wenn Sie einen Satz oder eine Passage wiederholt aufgenommen haben. Setzten Sie als Beispiel zwei Striche neben einem Textblock, wissen Sie beim Einspielen des Kommentars auf Ihr Videobearbeitungssystem, dass die dritte Textpassage in Ordnung i

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In meiner „Piratensequenz“ habe ich mich als wichtigste Hintergrundinformation für die Musik entschieden. Sie liegt in einer separaten Tonspur und ist in der Lautstärke auf minus 12dB gegenüber dem gesprochenen Text abgesenkt. Sämtliche Geräusche, die ich nun auf einer anderen Tonspur anordne, sind mindestes um minus 10dB leiser als die Musik. Durch ständiges Überprüfen vergewissere ich mich, ob alles zusammen „stimmig“ ist. Es macht richtig Spaß, zu den selbsterstellten Lichtblitzen und Explosionen die Geräusche so anzuordnen, dass sie realistisch wirken und vor allem synchron zum Bild ablaufen.

Mit dem aufkommenden Nebel am Schluss der Sequenz, werden alle Geräuschspuren innerhalb von 2 Sekunden ausgeblendet bis auf die Musik. Sie endet mit einem letzten Schlaggeräusch. Reales Grillenzirpen mische ich vorher schon leise unter und lasse dies in dem Moment lauter werden, wenn der Nebel verschwunden ist und wir uns wieder in der heutigen Zeit des Films befinden. Zum Schluss erstelle ich von dieser Tonsequenz eine komplette Audiodatei und füge diese an die richtige Stelle meines Films wieder ein. Das hat den Vorteil, dass ich bei einer weiteren Abstimmung zwischen Text und Geräuschen, die einzelnen Komponenten nicht einzeln korrigieren muss, sondern die gesamte Tonkulisse an den gesprochenen Text anpassen kann.

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Auch hier gilt in der Regel wieder: Absenkung der Hintergrundinformationen um minus 12dB, wenn gesprochener Text einsetzt. Als kleinen Tipp empfehle ich eine Absenkung innerhalb von 6 Filmbildern unmittelbar vor Beginn des Kommentars und eine Heraufsetzung auf den Normalwert nach dem letzten gesprochenen Wort, ebenfalls innerhalb von 6 Filmbildern. Längere Ein- und Ausblendzeiten kündigen dem Zuschauer den Kommentar zu früh an bzw. lassen ihm wissen, das der Kommentarblock beendet ist. Das klingt vorbereitet und nicht wie natürlich zum Bild gesprochen. Anhand dieses kleinen Beispiels dürfte Ihnen deutlich geworden sein, dass das Vertonen eines Films keine Nebensache ist und dass dem mindestens genauso viel Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, wie dem Gestalten und Montieren der einzelnen Filmszenen. Meistens stellt sich heraus, dass Filmvertonung mehr Zeit beansprucht, als das Schneiden und Arrangieren der einzelnen Videoaufnahmen, aber es lohnt sich für den Film und für Sie selbst, mehr Sorgfalt und Genauigkeit bei der Audiobearbeitung walten zu lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar Kniffe vermitteln, die Ihnen helfen sollen, Ihre Vertonungsarbeit besser in den Griff zu bekommen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es anfangs nicht so funktioniert, wie Sie es sich vorgestellt haben. Seien Sie lieber kritischer mit dem, was Sie gestalten. Stellen Sie selbst das Eine oder Andere auch mal in Frage. Meistens entsteht daraus eine bessere Version. Suchen Sie Gleichgesinnte, mit denen Sie über Ihren neuen Film sprechen können und überdenken Sie deren kritische Anmerkungen, wenn sie Ihnen plausibel erscheinen.