Förderung

Filmförderung für Bayern: Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Camgaroo

Was ich allerdings von mehreren meiner jungen Filmemacher gehört habe ist, dass sie in der Filmhochschule teilweise gerne mal gedeckelt werden, wenn sie ihren eigenen Stil einbringen möchten.

K.S.: Wer meint, er kann schon alles, und wer eher besserwissend auftritt, bekommt vielleicht auf einer Filmhochschule zu Recht erst einmal Gegenwind.   

C.: Ich könnte mir vorstellen, dass es vereinzelt auch mal Professoren gibt, die gerne selbst Filmemachen würden, aber es aus welchem Grund auch immer, nicht machen können und deshalb vielleicht andere gerne einbremsen, wenn sie nicht den Stil oder Inhalt bringen, den sie sich vorstellen. Denn besserwissend sind diese Filmemacher nicht, die möchten lernen und Filmemachen.

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J.R.: Hier füllt der Camgaroo Award ja wunderbar eine Lücke  - eine Auszeichnung für begabte Filmemacher, die auf keiner Filmhochschule waren.  

C.: Danke, das freut mich, dass Sie das so sehen. Natürlich können beim Camgaroo Award auch Filmhochschulstudenten mitmachen, solange sie noch in der Ausbildung sind. Ist eigentlich die Bayerische Filmförderung grundsätzlich für alle Filmgenre offen?

K.S.: Wir geben nicht vor, welche Art von Filme produziert werden sollen. Vielmehr reagieren wir auf das, was die Filmemacher sich ausdenken und uns vorlegen. Das heißt, wir sind für alle Genres offen. Es gibt jedoch Grenzen in den Richtlinien, z.B. im Bereich Gewalt, Horror und Pornographie. Natürlich sehen wir, dass sich gewisse Genres auf dem Kinomarkt schwerer tun wie z.B. ein deutscher Action-Film.  Alleine schon deswegen, weil sich die Höhe der Produktionsmittel nicht mit denjenigen vergleichbare amerikanischer Filmen messen kann. Gleichwohl gibt es immer wieder mutige Filmemacher, die sich in schwierigen Genres versuchen möchten und die wir – wenn das Projekt an sich viel versprechend ist – gerne dabei unterstützen, gerade im Bereich der Nachwuchsförderung.  

J.R.: Ein gutes Beispiel hierfür ist „Nocebo“, ein sehr aufwendiger, professionell umgesetzter Thriller von Lennart Ruff, der jetzt gerade für den Studentenoscar nominiert ist. Diesen Film haben wir im Bereich „Abschlussfilm“ mit 50.000 Euro gefördert, weil das Drehbuch herausragend war, aber auch weil der Filmmacher sich an einem Genre mit aufwendigen Action-Szenen und Thriller-Elementen versuchen wollte. Ein Experiment, das zum Glück sehr gut aufgegangen ist.

Wichtig zu wissen ist auch, dass wir nicht nur fiktionale, sondern auch non-fiktionale Filme fördern. Gerade im Nachwuchsbereich sind etwa die Hälfte der geförderten Projekte Dokumentarfilme.

C.: Nach welchen Kriterien entscheidet der FFF-Bayern, ob ein Film gefördert wird?

K.S.: Das erste und wichtigste Kriterium ist immer der Inhalt, vorausgesetzt der Antrag ist formal in Ordnung. Wir setzen uns deshalb ausgiebig mit dem Drehbuch auseinander. Daneben werden natürlich auch die anderen Kriterien berücksichtigt: Ist der Film vernünftig kalkuliert, ist der Finanzierungsplan realistisch, passt das geplante künstlerische Team zu dem Film, stimmt die  Besetzung, liegt ein angemessener Bayerneffekt vor etc. . Insgesamt muss das Gesamtkonzept in sich schlüssig sein. Speziell für die Nachwuchsförderung gilt, dass wir vor allem junge Talente aus und in Bayern fördern möchten. 



  • Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Gabriele Lechner

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