Förderung

Filmförderung für Bayern: Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Camgaroo

C.: Also Prio eins ist der Inhalt?

J.R.: Ja, auch im Nachwuchsbereich spielt das Drehbuch die größte Rolle. Für mich ist außerdem  immer besonders wichtig, welche filmische Vision der Regisseur hat. Seine Handschrift kenne ich meist noch nicht, daher sind seine Vorstellungen und Umsetzungsideen essentiell für die Einschätzung eines Projektes.  

C.: Da die Filmförderung auch eine Wirtschaftsförderung ist, stellt sich die Frage, wie der FFF-Bayern die Wirtschaftlichkeit eines Films einschätzt und kalkuliert? Oder bezieht sich die Wirtschaftlichkeit ausschließlich auf den Bayerneffekt?

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K.S.: Die Filmförderung ist keine Wirtschaftsförderung, sondern in allererster Linie fördern wir den Film als Kulturgut.  Die Oper beispielsweise ist auch eine Kulturförderung, manche sagen, eine Hochkulturförderung. Aber natürlich hat sie auch wirtschaftliche Aspekte: Da werden Musiker, Bühnenschieber, Einlassleute etc. bezahlt. Es gibt kaum einen Kunstbereich, der nicht irgendwie auch ein wirtschaftlicher Bereich ist. 

Die Einschätzung der Wirtschaftlichkeit eines Projektes hängt natürlich davon ab, in welchem Bereich der Filmemacher seinen Antrag stellt. Von einem Nachwuchsfilm, der einen Zuschuss von 25.000 Euro möchte, erwarten wir etwas anderes, als von einem Projekt, das von uns 1,6 Mio. benötigt. Hier wird ganz genau geprüft und diskutiert, ob dieser Film auf dem Markt wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

C.: Bezieht sich die Wirtschaftlichkeit auch auf den Bayerneffekt ?

K.S.: Das Kriterium der Wirtschaftlichkeit umfasst grundsätzlich zwei Aspekte:

Erst einmal schauen wir uns den sogenannten Bayerneffekt an, also die Posten, die hier in Bayern während der Produktion ausgegeben werden (Dienstleister werden bezahlt, Hotelzimmer gebucht, Kameras ausgeliehen etc.).  

Der zweite Aspekt betrifft die Verwertungschancen und damit die Möglichkeit, dass das Förderdarlehen auch wieder zurückgeführt wird. Diese reelle Möglichkeit, dass das Darlehen auch wieder zurückgeführt wird, ist wichtig für eine positive Förderentscheidung. Aber da, wo wir Zuschüsse geben wie beim Nachwuchs, spielt das keine Rolle.  

C.: Steht der FFF-Bayern auch für die jungen Filmemacher für ein persönliches Gespräch zur Verfügung?

K.S.: Wir haben für jeden Bereich Förderreferenten, die natürlich auch persönlich zur Verfügung stehen. Für den Nachwuchs- und Kinodokumentarfilmbereich ist das Frau Rappold.

Zentrale Aufgabe der Förderreferenten ist zum einen, eine Einschätzung zu dem Projekt abzugeben, zum anderen aber natürlich auch vor, während und nach der Antragstellung für die Filmemacher als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

J.R.: Besonders im Nachwuchsbereich liegt meine Hauptaufgabe darin, den Filmemachern zu erklären, wie man sein Projekt am besten dem Vergabeausschuss präsentiert.   



  • Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Gabriele Lechner

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