Förderung

Filmförderung für Bayern: Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Camgaroo

Insbesondere im Bereich des „Anderer Nachwuchsfilm“ ist das sehr zeitintensiv, da diese Filmemacher eben nicht den Background einer Filmhochschule haben. Das macht aber trotzdem auch viel Freude und man wird immer wieder mit großartigen Filmen „belohnt“.   

C.: Das ist eine tolle Gelegenheit für junge Filmemacher, die sich hier praktisch direkt persönlich an die Filmförderung wenden können und mit einem Förderreferenten ihr Projekt durchsprechen können.

J.R.: Auf jeden Fall, meine Tür steht allen offen. Inzwischen ist die Hemmschwelle, sich bei uns zu melden, auch nicht mehr so groß. Früher hatten die jungen Leute manchmal sogar ein wenig Angst vor so einer Einrichtung wie dem FFF Bayern. Aber dahinter stehen auch nur Menschen, deren Job es ist, die Filmemacher so gut wie möglich zu beraten und auf ihrem Weg zu begleiten.

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K.S.: Ergänzend dazu möchte ich festhalten, dass ein gewisses Basiswissen vorhanden sein muss, wie man einen Film macht und finanziert. Wer überhaupt keine Ahnung von Budget, Finanzierungsplan etc. hat, kann von Frau Rappold kein Kurzstudium verlangen. Wie bereits gesagt, wir befinden uns hier im professionellen Arbeitsbereich und wollen dort auch ganz bewusst bleiben.

J.R.: Wichtig zu wissen ist auch, dass wir als Förderreferenten keine Vorauswahl treffen. Die Entscheidung trifft immer der Ausschuss.

C.: Wie ist die richtige Vorgehensweise bei der Einreichung?

K.S.: Erst das Gespräch, dann der Antrag. Man hat ja drei Wochen Zeit den Antrag einzureichen, die meisten kommen am letzten Tag der Frist, um fünf vor 18.00 Uhr. Ab 18 Uhr wird kein Antrag mehr angenommen. Die Förderreferenten prüfen dann die Anträge, zunächst einmal ob alle formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine inhaltliche Vorauswahl wird nicht getroffen.   

J.R.: Wenn man einmal abgelehnt wird, sei es aus formalen  oder aus inhaltlichen Gründen, dann kann man dieses Projekt grundsätzlich nicht mehr einreichen, außer es hat sich wirklich etwas essentiell an dem Projekt verändert. Auch daher ist es sinnvoll, erst einmal  das Gespräch mit uns zu suchen, und dann das Projekt so gut wie möglich vorzubereiten. Ein Schnellschuss kann auch einmal nach hinten losgehen und im Zweifel hat man nur einen Versuch.

C.: Welche Summe kann maximal beantragt werden?

K.S.: Das kommt auf den Bereich an: 1,6 Mio. € für Kinofilme, 530.000 € für Fernsehfilme, für die Projektentwicklung max. 100.000 €, die wir aber selten geben. Drehbuch bei Einzelautoren 20.000 €, bei mehreren Autoren 30.000 €. Im Bereich Nachwuchs gibt es Richtwerte in unseren Merkblättern: Für den Erstlingsfilm gibt es keine Maximalsummen, in der Regel geben wir aber nicht mehr als 300.000 Euro pro Projekt.  Für die HFF-Abschlussfilme liegt die maximale Fördersumme in der Regel bei 50.000 €, für die  MHMK-Abschlussfilme liegt sie derzeit noch bei 10.000 Euro.

Im Bereich  „Anderer Nachwuchsfilm“ stehen 25.000 € für den Kurzfilm und 30.000 € für den Langfilm zur Verfügung.

J.R.: Wobei das immer die maximale Höchstsummen sind, die beantragt werden können. 

K.S.: Das Problem mit den Höchstwerten ist, dass die Antragsteller oft einfach die Höchstsummen beantragen, ohne das in Relation mit den Projekten zu setzen.

J.R.: Und es gibt ja Filme, die brauchen keine 50.000 Euro. Diese Fragen werden aber auch bei dem Beratungsgespräch diskutiert. Mir persönlich sind immer “ehrliche und transparente“ Kalkulationen am liebsten, anhand deren man dann offen darüber sprechen kann, welche Fördersumme tatsächlich notwendig ist, um den Film gut umsetzen zu können. 



  • Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Gabriele Lechner

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