Förderung

Filmförderung für Bayern: Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Camgaroo

J.R.: Vielleicht noch ein wichtiges Detail. Bei uns entscheidet der gleiche Ausschuss über die Nachwuchsprojekte wie auch über die anderen Förderbereiche. Fünf Mal im Jahr.

K.S.: Und ich glaube, wir haben die kürzesten Entscheidungsfristen, mit 4 bis 5 Wochen ab Einreichung.

J.R.: Das ist  sehr produzentenfreundlich, weil so die Produzenten schnell erfahren, ob der FFF Bayern dabei ist oder nicht. Und sich in der weiteren Finanzierung darauf einstellen können.  

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K.S.: Der Vorteil unserer Nachwuchsförderung ist, im Gegensatz zu sendergestützten Modellen wie z.B. bei der „Nordlichter“-Förderung, wo letztendlich der Sender eine große Rolle spielt, dass unserer Fördergelder nicht sendergebunden sind. Darüber hinaus geben wir kein Genre vor und der Dreh muss auch nicht in Bayern stattfinden.

J.R.: So können wir den  Filmemachern die Freiheit geben, das zu drehen, was sie gerne machen möchten – vorausgesetzt das Projekt an sich überzeugt.

C.: Aber es sollte schon auch in Bayern gedreht werden, oder?

J.R.: Nicht unbedingt. Im Dokumentarfilmbereich z.B. wird dort gedreht, wo die Geschichten spielen.  

K.S.: Genau, da wird kaum etwas in Bayern gedreht. Sofern es möglich ist, wollen wir natürlich, dass in Bayern gedreht wird. Wenn sich einer nur das Geld holen und dann woanders drehen will, obwohl er es auch hier machen könnte, dann muss er schon gute Argumente haben. Das gilt natürlich vor allem für den fiktionalen Bereich.   

J.R.: Wobei wir ganz klar den bayerischen Nachwuchs unterstützen möchten. Und  Anträge aus Berlin oder Hamburg  müssen klar darlegen, worin der Bayernbezug ihres Projektes liegt.   

C.: Aber es ist schon sehr wohl so, dass jemand, der in Darmstadt wohnt und hier produzieren möchte, eine Chance hat?

J.R.: Wenn z.B. der Regisseur in Berlin wohnt, dann muss er mir mindestens nachweisen, dass er hier eine bayerische Produktionsfirma hat und auch hier in Bayern dreht.  

K.S.: Also der Berliner Regisseur, der mit einem Darmstädter Produzent in Korea dreht, der hat es bei uns schon schwer (schmunzelt).

Wir sind eine regionale Filmförderung, das sage ich ganz offensiv. Wir schämen uns nicht dafür, aber das bedeutet auch, dass unsere Zuständigkeit irgendwo endet. Sie endet an den Grenzen des Freistaates Bayern, denn wir können nicht die ganze Welt beglücken. 

C.: Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch.



  • Prof. Dr. Klaus Schaefer und Julia Rappold im Gespräch mit Gabriele Lechner

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