Schnitt

Häppchenweise - die richtige Szenenaufteilung für den Schnitt

Das gilt genauso für Insertaufnahmen und betrifft z.B. das Abfilmen, stehend oder abgeschwenkt, von Landkarten, Buchseiten, Zeitschriften-Deckblättern, Bildern, Computerbildschirmen oder ähnlichen statischen Objekten. Da es sich hier häufig um kleine Details und Makroaufnahmen handelt, benötigen Sie dafür unbedingt ein Stativ. Richten Sie das Stativ nicht nach der Libelle, sondern nach den horizontalen oder vertikalen Linien im Bild aus. Achten Sie darauf, dass das Insertobjekt parallel zur Frontlinse des Objektivs ausgerichtet ist. Für die Beleuchtung verwenden Sie am besten weiches/indirektes Licht.

Variationen in der Aufnahmehöhe

Variieren Sie die Aufnahmehöhe und bieten Sie unterschiedliche Lösungen zu einer Einstellung an. Vermeiden Sie es aber, alle Aufnahmen plötzlich nur noch aus extrem wirkenden untersichtigen oder aufsichtigen Perspektiven zu drehen, sondern orientieren sie sich am Objekt.Gebäude lassen sich meist nur in untersichtige Perspektiven aufnehmen, also sorgen Sie dafür, dass der Boden bei der Aufnahme gleich mit zu sehen ist: Das lässt das Objekt besonders groß und mächtig erscheinen. Menschen eignen sich bei einer konservativen Ästhetik nicht für extrem untersichtige Perspektiven (Froschperspektive), da sie sonst stark verfremdet wirken. Beschränken Sie die Perspektivenvariationen auf moderate Veränderungen.

Der Abschluss / Szenenübergänge

Man kann schon während der Aufnahme inhaltliche Einheiten mit einer visuellen Zäsur voneinander absetzen. Zoomen Sie beispielsweise zur Einführung aus einer Unschärfe in die Szene und umgekehrt um eine Szenen zu beenden. Genauso können Sie mit Unschärfen arbeiten, ohne einen Zoom zu verwenden, indem Sie die Szenen am Ende unscharf stellen. Ein Schwenk man ebenfalls einsetzen, indem man beispielsweise aus einer Szene in den Himmel schwenkt. Anschließend kann in der nächsten Szene wieder aus dem Himmel heraus geschwenkt werden.

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Der Lensflare oder Blendenfleck ist ein weiteres beliebtes Stilmittel: Schwenken Sie am Anfang oder am Ende einer Szene so in oder aus einer Lichtquelle, dass ringförmige Lichtspiegelungen im Objektiv sichtbar werden. Dies wird normalerweise vermieden, da dadurch kaum noch etwas zu erkennen ist, doch für die Überleitung ist das ja im Sinne des Erfinders. Wichtig ist, dass das Objektiv dabei perfekt sauber ist, da man hier jeden Wasser oder Fettfleck auf der Frontlinse sehen kann. Was für das Beenden einer Szene gilt, kann natürlich auch für die letzte Einstellung des gesamten Films verwendet werden. Achten Sie darauf, dass das Schlussbild wenige Details enthält, wenn dieses als Hintergrund für den Abspann dienen soll. Gerade der Übergang in die Unschärfe ist hierfür besonders geeignet.



  • Bild 1: Ein Anschwenk: Zunächst sieht man nur das Logo des „Jekyll und Hyde“ Musicals (1). Mit dem Schwenk nach unten (2) wird offenbart das es sich um einen Ballon handelt (3).

  • Bild 2: Perspektivisch passt der Truck komplett aufs Bild

  • Bild 3: Das Prinzip von Schuss und Gegenschuss: Bild1 zeigt das herannahende Polizeiauto, aufgenommen aus Position 1, das in Bild 2 rechts wieder aus dem Bild verschwindet. Anstatt mit dem Wagen mitzuschwenken, wird beim Gegenschuss die Kamera in Position 2 ausgerichtet. Dort fährt das Polizeiauto links wieder in den Bildausschnitt (Bild 3) hinein.

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