Postproduktion

Schmalfilme digitalisieren

Überflüssiges aussortieren

Bevor Sie sich aber in Unkosten stürzen, sollten Sie das Filmmaterial erst einmal kritisch prüfen. Eine halbe Stunde spielende Kinder am Strand, im Garten oder die Mutti in jungen Jahren vor den Sehenswürdigkeiten jener Länder, die man als normal verdienender Wirtschaftswunder-Deutscher erstmals bereisen konnte, werden spätere Zuschauer weit weniger begeistern, als denjenigen, der dies alles gedreht und selbst erlebt hat. TIPP: Wenn sich bedingt durch die lange Lagerung die Klebestellen lösen sollten - bei Hama gibt es noch eine Klebepresse, Film-Klebestreifen bzw. Filmkitt.

Transfer auf Mini DVCassette oder DVD?

Als Speichermedium bieten Transferdienste heute zweierlei an: Auf Mini-DV oder DVD. Wer einen Mini-DV Camcorder besitzt, sollte sich für dieses Format entscheiden. Wer eine Überspielung auf DVD in Auftrag gibt, sollte eine MPEG-2 Daten-DVD verlangen. Diese lässt sich zwar nicht im heimischen DVD-Player abspielen, kann aber mühelos im PC in jedes heute erhältliche Schnittprogramm importiert werden. Erfolgt der Transfer auf eine normale Video-DVD, werden die Filme in VOB-Dateien verpackt. Nicht alle Programme akzeptieren dieses Format. Manche auch nur, um die VOB-Files zu einer neuen DVD zu kombinieren. Selbst die eine oder andere Version eines teuren Profi-Programms ist nicht in der Lage, aus den VOB (Video Objekt)-Dateien wieder einen MPEG-2 File zu generieren. Und nur dieser, oder oben genannte DV-Avi-Datei eignen sich für die zwangsläufig erforderliche Nachbearbeitung. In unseren Softwaretests überprüfen wir übrigens stets die VOBTauglichkeit eines Schnittprogramms und geben diese auch in der Ausstattungstabelle an.

Was bringt ein Super 8 Transfer in HD?

Sollten Sie überlegen, Schmalfilme auf HD transferieren zu lassen (sofern Sie einen Transferservice finden, der das überhaupt anbietet), sollten Sie bedenken, dass das Super-8 Bild nur 5,4 x 4 mm groß ist – da wird die Übertragung auf HD keinerlei Auflösungsgewinn mehr bringen. Das Filmkorn wird ja schon bei herkömmlicher PAL-Überspielung deutlich sichtbar. Außerdem sollte man bedenken, dass die Masse der S- 8 Filmer nicht mit einer teuren Beaulieu filmten, sondern mit preiswerteren Fabrikaten von bescheidenerer Objektivqualität. Allenfalls die Farbqualität könnte, wie schon erwähnt, noch etwas profitieren. Doch für den größeren Farbraum sind HD-Ready-Displays nach dem neuen HDMI 1.3 Standard erforderlich.

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Selber machen

Bemisst sich das Schmalfilmarchiv nach Kilometern, wäre das für einen Transferdienst schon so etwas wie die Lizenz zum Geld drucken – und Ihre Nachkommen würden bei der Nachlassregelung vom Notar nur ein oder zwei Festplatten mit ihren digitalisierten Schmalfilmen ausgehändigt bekommen, worin Sie ihre gesamten Ersparnisse investiert hätten … . Damit sich die Erben später also gerne an einen erinnern, kann man das Geld sparen und das Filmmaterial selbst digitalisieren. Die benötigten Utensilien: Ein PC oder Laptop mit Firewire-Buchse (i-link), ein Mini-DV oder Digital-8 Camcorder, ein noch funktionstüchtiger Schmalfilmprojektor und eine Projektionsfläche. Auch ein Stativ wäre von Nutzen. Ein Fernseher zur Kontrolle sollte ebenfalls vorhanden sein.



  • Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

    Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

  • Kaiser Videotransfer

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  • Qickvision

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