Postproduktion

Schmalfilme digitalisieren

Die richtigen Kameraeinstellungen

Der Schmalfilmtransfer im do-it-yourself-Verfahren ist eine willkommene Gelegenheit, seinen Camcorder einmal besser kennen zu lernen. In der Regel müssen Sie nämlich die vielgeliebte Automatik abschalten und einige Parameter von Hand einstellen:

Weißabgleich: Die meisten Camcorder, außer einige in der Einsteigerklasse, verfügen über eine abschaltbare Weißabgleichautomatik. Da die Projektoren in der Regel eine Halogen-Lampe eingebaut haben, muss der Weißabgleich deshalb auf Standardeinstellung „Kunstlicht“ (Glühlampen-Symbol) eingestellt werden. Einige wenige Camcorder, wie derzeit von Canon, bieten noch differenziertere Vorgaben, z.B. für Neonlicht. Damit wirkt das Projektorbild etwas wärmer. Wir empfehlen aber die Kunstlichtstellung. Sollte der Farbeindruck stark vom Original abweichen, kann man es auch einmal mit dem manuellen Weißabgleich versuchen, den sie probehalber einfach im laufenden Film vornehmen. Oft wird es da besser. Eines hatten frühe Videofilmer und Schmalfilmer gemeinsam: Sie haben oft vergessen, bei Tageslichtaufnahmen die Kamera entsprechend einzustellen. Da der Schmalfilm auf Kunstlicht ausgelegt war, musste bei Außenaufnahmen ein Filter zugeschaltet werden. Wer das vergaß, hatte hinterher blaustichige Aufnahmen. Solche Passagen lassen sich mit der Standardeinstellung für Tageslicht wieder kompensieren. Längere Passagen im Film sollten deshalb separat mit dieser Einstellung aufgenommen werden. Im Schnittprogramm werden sie dann wieder mit dem anderen Material zusammengeführt. Sind die Farbabweichungen weniger extrem, kann man sie auch in der Schnittsoftware korrigieren.

Programmautomatik: Jegliche Programmautomatik sollte abgeschaltet werden, da sie meist Einfluss auf die Shutterzeit nimmt. Dies führt zu stärkerem Flackern.

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Highspeed-Shutter: Die elektronische Verschlusszeitregelung sollte auf 1/50 Sekunde eingestellt sein. Kürzere Zeiten verstärken das durch die unterschiedlichen Bildfrequenzen von Film und Video bedingte Flimmern zusätzlich.

Blendenautomatik: Diese kann in der Regel aktiviert bleiben. Bei manchen Camcordern entstehen überbelichtete Aufnahmen. Hier hilft nur eine manuelle Einflussnahme, indem man die Automatik abschaltet und die Blende um eine oder zwei Stufen weiter schließt. Ist der im Display angezeigte Blendenwert schon recht hoch (über 11), sollte man sich besser aus dem Fotozubehör einen passenden Graufilter der Stärke 8 besorgen und ihn vor das Camcorderobjektiv schrauben. Zu kleine Blendenöffnungen können bauartbedingt zu Unschärfen führen. Der Graufilter schluckt vier Blendenwerte, bleibt aber sonst farbneutral. Eine andere Möglichkeit ist die Einflussnahme auf den Arbeitspunkt der Automatik (AE-Shift), was aber nicht alle Camcorder bieten. Wir haben hier mit Werten von –1 und –2 sehr gute Erfahrungen gemacht. Helle Flächen und Gesichter hatten keine weißen Stellen mehr und zeigten wieder Farbe, trotzdem funktionierte die Blendenautomatik bei Helligkeitswechseln im Film.

Autofocus: Normalerweise kann er aktiviert bleiben. In der Weitwinkelposition stellen die heutigen Camcorderobjektive mit einem Abstand bis auf wenige Zentimeter scharf. Das Abfilmen aus kurzer Distanz ist daher problemlos. Muss das Bild aufgrund der Projektionsgröße herangezoomt werden, vergrößert sich damit auch der Mindestabstand. Einige Camcorder wie Panasonic oder JVC bieten daher eine Telemacro-Funktion. Sie ist nicht in den Programmautomatiken zu finden, sondern in den Grundeinstellungen des Hauptmenüs. Wird sie aktiviert, lässt sich trotz geringem Abstand der volle Zoombereich verwenden – das Bild bleibt scharf.



  • Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

    Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

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