Postproduktion

Schmalfilme digitalisieren

Der Aufbau:

DV-Camcorder lassen sich über Firewire mit dem PC oder Laptop verbinden und können das Signal direkt auf die Festplatte übertragen. Nehmen Sie dazu einfach die Kassette aus dem Laufwerk und betreiben Sie den Camcorder mit dem Netzteil. Das verhindert, dass er nach ein paar Minuten abschaltet, um den Akku zu schonen. Der Videoausgang des Camcorders wird mit dem AV-Eingang des Fernsehers verbunden, dadurch hat man eine saubere Kontrolle. Das Camcorderdisplay ist weniger geeignet, da es weder die Farben noch den Bildausschnitt korrekt wiedergibt. Außerdem erscheinen hier Aufnahmen überbelichtet, obwohl dies gar nicht der Fall ist, denn sie verfügen über ein schlechteres Kontrastverhalten als der Bildsensor im Camcorder. Camcorder mit anderen Speichermedien lassen sich nur via USB mit dem PC verbinden und liefern darüber kein Bildsignal, sondern nur die fertig aufgenommenen Clips in Form von Dateien. Sie während der Aufnahme mit dem PC zu verbinden macht daher keinen Sinn, es wird direkt auf das jeweilige Speichermedium aufgenommen. Da auch sie über einen analogen Videoausgang verfügen, kann die sofortige Kontrolle am Fernseher erfolgen.

Für die Projektion gibt es allerlei Möglichkeiten:

Abfilmen von der Leinwand ist die nächst liegende Methode, aber auch die schlechteste. Dabei wird der Camcorder seitlich oder hinter dem Projektor auf ein Stativ gestellt und mit dem Zoom das Bild formatfüllend herangeholt. Durch den unterschiedlichen Winkel von Projektor und Camcorder zur Leinwand ergeben sich kleine Parallaxenfehler. Diese fallen jedoch nicht so stark ins Gewicht, da aufgrund des etwas anderen Bildformates des Films (4:2,96 gegenüber 4:3) sowieso etwas ins Bild hineingezoomt werden muss, will man Ränder oben und unten vermeiden. Problematischer ist die geringe Lichtausbeute. Selbst hoch reflektierendes Leinwandmaterial verbunden mit verhältnismäßig kleiner Projektionsfläche (etwa A3) bringt eine bescheidene Lichtausbeute. Viele Camcorder schalten dann automatisch den Signalverstärker zu, womit aber das Bildrauschen steigt. Wird die Gain-Funktion, sofern möglich, abgeschaltet, wird das Bild meist zu dunkel. Bei Perlleinwänden ist der Reflexionsgrad zwar ausreichend, jedoch stört die Körnung der Oberfläche. Wer keine Leinwand besitzt, kann es mit Punkt 2 probieren:

Projektion auf Fotopapier: Bringt bessere Ergebnisse als das Abfilmen von der Leinwand. Man nehme einen leeren Weinkarton, klebe ein mattes Fotopapier in DIN A 4 Größe darauf und stelle es in geeignetem Abstand vor den Projektor. Nachteil: Aufgrund der unterschiedlichen Winkel zwischen Camcorder und Projektor kommt es auch hier zu Parallaxenfehlern. Außerdem kommt es zu unregelmäßigen Schattierungen bei einfarbigen Flächen. Tüftler könnten hier noch mit Rückprojektion experimentieren: Man schneide die Rückwand des Weinkartons heraus und auf der anderen Seite ein Rechteck aus, etwas kleiner als das Fotopapier. Klebe dieses dann straff darüber. Der Camcorder wird hinter der Projektionsfläche platziert. Parallaxenfehler gibt es hier keine, aber die Lichtausbeute ist auch hier mangelhaft, da das Papier zuviel Licht schluckt. Dass das Bild seitenverkehrt aufgenommen wird, ist kein Problem, denn in vielen Bearbeitungsprogrammen lässt es sich wieder umdrehen. Statt Fotopapier kann man es auch mit einer Milchglasscheibe versuchen.

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  • Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

    Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

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