Postproduktion

Schmalfilme digitalisieren

Störend bei den oben genannten Methoden ist auch ein so genannter Hotspot-Effekt, also ein Helligkeitsabfall von der Bildmitte zum Rand hin. Je nach verwendetem Projektor, der Projektionsgröße und der Qualität des Camcorderobjektivs ist er mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ausrichten kann man dagegen kaum etwas, bei der Fotopapier-Methode könnte man diese mit einem runden Grauverlauf von der Mitte (ca. 50%) zum Rand hin bedrucken, den man in Photoshop oder Photo Impact erstellt. Es gibt aber noch einen weiteren, viel versprechenden Weg:

Mit einer Transfereinheit: Üblicherweise basieren diese auf dem Prinzip eines Umlenkspiegels. Es gibt sie zu Preisen zwischen 75 und 150 Euro. Der einfachste stammt von Hama. Sehr bekannt und im Internet in einschlägigen Foren immer wieder genannt werden der Glas Screen von Video Optik Brähler, bei dem eine Wachsschicht zischen zwei Milchglasscheiben eine sehr homogene Ausleuchtung bietet, das Quickvision, das von der Videoschule München vertrieben wird, sowie den Videotranfer des Fotozubehör-Lieferanten Kaiser. Die letzten beiden Produkte haben wir uns für diesen Bericht einmal genauer angesehen.

Der Videotransfer von Kaiser besteht aus einer geschlossenen Box auf einem höhenverstellbaren Standfuß. Vorne befindet sich eine Milchglasscheibe, auf die das Objektiv des Projektors gerichtet wird. Ein Umlenkspiegel im Gehäuse lenkt das Bild auf eine seitliche Öffnung, in die eine optische Linse eingelassen ist. Der Camcorder wird dicht an der Öffnung positioniert. Im Video-Transferset 96655 (139 Euro) ist noch ein zweiter Standfuß enthalten, auf dem sich der Camcorder befestigen lässt. In der einfacheren Version (99 Euro) ist er nicht enthalten. Da muss ein Stativ verwendet werden. Die Box bietet zwei Vorteile: Erstens kann der Schmalfilmtransfer auch bei Tageslicht erfolgen, zweitens bleibt der Umlenkspiegel durch die geschlossene Bauweise vor Staub geschützt, wenn nicht, wie bei unserem Modell, ein kleines Staubkorn sich direkt auf dem Spiegel festgesetzt hat. Ein Öffnen des Gehäuses ist nämlich kaum möglich, ohne es zu beschädigen. Prüfen Sie also vor dem Kauf, ob der Spiegel sauber ist.

ANZEIGE:
Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Das Quickvision (110 Euro) im Vertrieb der Video Schule München basiert auf einem ähnlichen Prinzip, doch ist die Bauweise offen. Die Rückwand des Gehäuses dient nach dem Öffnen als Bodenplatte, Umlenkspiegel und getönte Mattscheibe sind an schwenkbaren Armen befestigt, die sich über Gelenke in die passende Position zueinander bringen lassen. Der Aufbau ist recht einfach. Da Mattscheibe und Spiegel größer sind als bei der Kaiser-Box, ist eine Projektion in Postkartengröße möglich. Der Camcorder kann deshalb in größerem Abstand zur Mattscheibe aufgestellt werden. Prinzipiell ist auch hier eine Tageslichtprojektion möglich, doch sollte Quickvision so aufgestellt werden, dass kein Fenster, der Fernseher, oder eine Lampe sich gegenüber der Mattscheibe befinden, da diese leicht spiegelt.



  • Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

    Ob normale, hochreflektierende oder Perlleinwand: Das Abfilmen davon bringt keine wirklich zufriedenstellenden Ergebnisse. Bei der Perlleinwand (unten) macht sich obendrein die Körnung der Oberfläche bemerkbar.

  • Kaiser Videotransfer

    Kaiser Videotransfer

  • Qickvision

    Qickvision

Das Camgaroo Filmemacher Magazin

Die neueste Ausgabe ist ab sofort am Kiosk erhältlich oder kann HIER bestellt werden. Premium-Mitglieder können die digitale Version direkt herunterladen.



G-Technology