Postproduktion

Special Effects: Die Tricks der Filmemacher

Beispiel: Stanley Kubrick war einer der ersten, der mit der Aufprojektion arbeitete. Ein Großteil des „2001: A Space Odyssey“-Prologs entstanden mit dieser Technik.

Blue-Box

Der Begriff „Blue Box“ hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil des filmischen Wortschatzes entwickelt. Heute wird er sogar oft als Synonym für sämtliche Compositing Effekte am Computer verwendet. Die gleichnamige Technik wurde aus der Notwendigkeit heraus entwickelt, Objekte einfach und sauber aus Aufnahmen heraus freistellen zu können. Nur so können z.B. reale mit computergenerierten oder Modell-Aufnahmen kombiniert werden. 

Bei Blue Box-Aufnahmen agieren die Akteure vor einem tiefblauem Hintergrund. Dieser kann später bei der Nachbearbeitung durch spezielle Verfahren im Filmlabor, digital am Computer oder im Videomischer herausgestanzt werden. So lässt sich das nun freigestellte Objekt leicht vor einem beliebigen Hintergrund platzieren oder in andere Aufnahmen einsetzen.

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Beispiel: Clark, der Held aus der Erfolgsserie „Superman“, fliegt nur Dank der Bluebox-Technik durch die Wolken.

Vorsatzmodelle

Vorsatzmodelle sind eine wunderbare Möglichkeit, Bildkombinationen direkt beim Dreh zu erzielen. Diese Technik dient sowohl der Kostenersparnis (Bei Produktionen mit aufwendigen Sets) oder hilft bei der Erschaffung von Drehorten, die man so in der Realität gar nicht finden oder auch nicht bauen könnte. 

Gemäß der perspektivischen Verzerrung gilt es, Modelle bei der Aufnahme entsprechend näher an der Kamera zu positionieren. Die Schwierigkeit liegt nun darin, sowohl das Real-Set als auch das Modell in der exakt gleichen Lichtstimmung zu halten.

Beispiel: Erinnern Sie sich noch an die überwältigenden Stadion-Aufnahmen während des Wagenrennens in „Ben Hur“? Die kompletten oberen Tribünen wurden als Vorsatzmodelle realisiert. Eine einfache Mechanik ließ die kleinen Holzpuppen sich auf und ab bewegen, um eine reale Publikumsbewegung zu simulieren.

Glas-Paintings

Die Verwendung von Glasscheiben ist eine weitere Möglichkeit, Bildkombinationen direkt beim Dreh zu realisieren. Ein Künstler fertigt, den Anweisungen des Regisseurs entsprechend, ein Gemälde auf Glas an. Dabei lässt er bewusst bestimmte Bildbereiche aus, genau jene nämlich, in denen später das Original-Motiv erscheinen soll. Bei der Aufnahme wird die so entstandene Glasplatte perspektivisch richtig vor die Kamera montiert. Auch hier gilt es wieder minutös genau auf gleiche Lichtverhältnisse im Glas-Painting und im Originalmotiv zu achten, um ein ausgewogenes und optisch stimmiges Endergebnis zu erzielen.

Beispiel: Haben Sie die „Unendliche Geschichte“ gesehen? Viele der Flugszenen wurden durch auf Glas gemalte Wolkenformationen perfektioniert.



  • Animatronics-Maske

  • Eine typische Rückprojektions-Installation

  • Die Aufprojektion ist eine Weiterentwicklung der Rückprojektion und liefert deutlich kontrastreichere Hintergründe als sein „Vorgänger“.

  • Clark, der Held der Erfolgsserie „Superman“ fliegt nur Dank der Bluebox/Greenbox-Technik durch die Wolken.

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