Postproduktion

Special Effects: Die Tricks der Filmemacher

Ein weiteres typisches Einsatzgebiet von Miniatur-Modellen findet sich in der Simulation von Naturphänomenen. Es ist verständlicherweise vielfach billiger, Erdbeben, Stürme und Flutkatastrophen in einer miniaturisierten Umgebung nachzuempfinden. Auch Sprengungen und Explosionen werden meist an Modellen vorgenommen. 

Beispiel: Eine sehr bekannte Modell-Szene finden wir in Roland Emmerichs „Independence Day“. Hier explodiert eine Miniatur des Weißen Hauses.

Charakter-Animation

Oft gilt es für ein Filmprojekt real wirkende Objekte und Kreaturen zu generieren. Denken wir z.B. an die Dinosaurier in „Jurassic Park“, den Affen in „King Kong“, den liebenswerten Fuchur in der „Unendlichen Geschichte“, den Drachen in „Dragonheart“ oder die kleinen lieben Wuscheltierchen in „Gremlins“. Immer wenn im Film solche Modell-Monster über die Leinwand huschen sollen, sind die Animateure gefragt. Sie sind die Meister der Bewegung, dann die meisten Modell-Aufnahmen werden mit der Stop-Motion Technik realisiert.

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Stop Motion

Bei Stop Motion Aufnahmen platzieren die Animateure das zu filmende Objekt wie gewünscht in die Kulisse, anschließend zeichnet eine spezielle Film-Kamera ein erstes bild auf. Nun wird das Modell bewegt, fotografiert, bewegt, fotografiert usw. – immer Bild für Bild. Es ist also unglaublich schwer und erfordert neben Talent vor allem jahrelange Erfahrung, um Bewegungen realistisch zu animieren.

Vielleicht haben Sie ja einmal einen dieser alten japanischen Monster-Streifen gesehen. Hier ist das eklatante Ruckeln der Monster eindeutig Ergebnis einer schlechten Animations-Arbeit.

Ein weiteres Problem, das frühe Stop-Motion Aufnahmen so unrealistisch wirken ließ, ist der oben bereits beschriebene Motion-Blur, denn erst wenn die Kanten von sich schnell bewegenden Objekten verwischen, wirkt eine Aufnahme realistisch.

Go Motion

Go Motion ist eine Erfindung der SFX-Spezialisten bei Industrial Light and Magic (ILM) und eine Weiterentwicklung der Stop Motion Technik. Um trotz phasenweiser Bild für Bild Aufzeichnung nicht auf die realistische Bewegungsunschärfe verzichten zu müssen, werden Go-Motion Modelle mit Motoren versehen. Diese simulieren die Bewegungen des Modells. Zwar werden immer noch nur Einzelbilder aufgezeichnet, allerdings fotografiert man nicht die Endposition des Objekts, sondern dessen Bewegung dorthin (mit einer etwas längeren Belichtungszeit) und erhält so den gewünschten Motion Blur.

Special Effects aus dem Computer

Wie in vielen anderen Bereichen auch hat der Computer in der Welt der Special Effects eine wahre Revolution ausgelöst. Zum einen ersetzt die digitale Technologie heute schritt für Schritt viele der alten Techniken. So sind z.B. Bildkombinationen, die so genannten „Compositings“ am Computer deutlich schneller und meist auch qualitativ hochwertiger und kostengünstiger zu realisieren. Dabei liegt der größte Vorteil der neuen Technik in der sofortigen Kontrolle. Musste ein Film für eine Farbkorrektur früher neu belichtet und entwickelt werden, (was natürlich entsprechend lang dauerte und Qualitätseinbußen mit sich brachte), können Änderungen heute vorab und ohne zeitliche Verzögerung auf dem Computer kontrolliert und ausgeführt werden.



  • Animatronics-Maske

  • Eine typische Rückprojektions-Installation

  • Die Aufprojektion ist eine Weiterentwicklung der Rückprojektion und liefert deutlich kontrastreichere Hintergründe als sein „Vorgänger“.

  • Clark, der Held der Erfolgsserie „Superman“ fliegt nur Dank der Bluebox/Greenbox-Technik durch die Wolken.