Postproduktion

Special Effects: Die Tricks der Filmemacher

Modelle

Egal ob für Gebäude, Fahrzeuge, Landschaften oder Kreaturen – Filmemacher verlassen sich schon seit langem auf den Einsatz von Modellen, um ihre oft ungewöhnlichen Visionen in ihren Filmen umsetzten zu können. 

Manche Modelle werden gebaut, weil das Objekt oder die Landschaft, die sie darstellen, in der Realität nicht existieren, andere, weil das Filmen der Real-Motive zu teuer oder zu schwer wäre. Das Arbeiten mit Modellen bringt sicherlich Schwierigkeiten mit sich, eröffnet de Regisseuren aber auch unglaublich vielfältige kreative Möglichkeiten. Gerade George Lucas bewies mit den drei erst erschienenen „Star Wars“-Episoden eindrucksvoll, wie realistisch Modelle in Kinofilmen wirken können. Die von ihm gegründete Special Effects Schmiede „Industrial Light and Magic“ entwickelte damals eigens eine Computersteuerung für Filmkameras, um die nötigen Weltraum-Sequenzen filmen zu können. Die riesigen Modelle der Raumschiffe hingen hierfür regungslos vor einem blauen Hintergrund, einzig die Kamera bewegte sich. Die Aufnahmen erfolgten Bild für Bild – ein zeitaufwändiges Unterfangen. Der Steuercomputer war dabei so mit der Kamera synchronisiert, dass er diese immer genau dann bewetre, wenn sie gerade ein Negativ belichtete. Nur so konnte der so genannte Motion-Blur erzeugt werden. Diese bei bewegten Objekten im Film auftretende Unschärfe gilt als unerlässlicher Garant für realistische Modell-Aufnahmen.

Ein weiteres typisches Einsatzgebiet von Miniatur-Modellen findet sich in der Simulation von Naturphänomenen. Es ist verständlicherweise vielfach billiger, Erdbeben, Stürme und Flutkatastrophen in einer miniaturisierten Umgebung nachzuempfinden. Auch Sprengungen und Explosionen werden meist an Modellen vorgenommen. 

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Beispiel: Eine sehr bekannte Modell-Szene finden wir in Roland Emmerichs „Independence Day“. Hier explodiert eine Miniatur des Weißen Hauses.

Charakter-Animation

Oft gilt es für ein Filmprojekt real wirkende Objekte und Kreaturen zu generieren. Denken wir z.B. an die Dinosaurier in „Jurassic Park“, den Affen in „King Kong“, den liebenswerten Fuchur in der „Unendlichen Geschichte“, den Drachen in „Dragonheart“ oder die kleinen lieben Wuscheltierchen in „Gremlins“. Immer wenn im Film solche Modell-Monster über die Leinwand huschen sollen, sind die Animateure gefragt. Sie sind die Meister der Bewegung, dann die meisten Modell-Aufnahmen werden mit der Stop-Motion Technik realisiert.

Stop Motion

Bei Stop Motion Aufnahmen platzieren die Animateure das zu filmende Objekt wie gewünscht in die Kulisse, anschließend zeichnet eine spezielle Film-Kamera ein erstes bild auf. Nun wird das Modell bewegt, fotografiert, bewegt, fotografiert usw. – immer Bild für Bild. Es ist also unglaublich schwer und erfordert neben Talent vor allem jahrelange Erfahrung, um Bewegungen realistisch zu animieren.

Vielleicht haben Sie ja einmal einen dieser alten japanischen Monster-Streifen gesehen. Hier ist das eklatante Ruckeln der Monster eindeutig Ergebnis einer schlechten Animations-Arbeit.

Ein weiteres Problem, das frühe Stop-Motion Aufnahmen so unrealistisch wirken ließ, ist der oben bereits beschriebene Motion-Blur, denn erst wenn die Kanten von sich schnell bewegenden Objekten verwischen, wirkt eine Aufnahme realistisch.

Go Motion

Go Motion ist eine Erfindung der SFX-Spezialisten bei Industrial Light and Magic (ILM) und eine Weiterentwicklung der Stop Motion Technik. Um trotz phasenweiser Bild für Bild Aufzeichnung nicht auf die realistische Bewegungsunschärfe verzichten zu müssen, werden Go-Motion Modelle mit Motoren versehen. Diese simulieren die Bewegungen des Modells. Zwar werden immer noch nur Einzelbilder aufgezeichnet, allerdings fotografiert man nicht die Endposition des Objekts, sondern dessen Bewegung dorthin (mit einer etwas längeren Belichtungszeit) und erhält so den gewünschten Motion Blur.



  • Animatronics-Maske

  • Eine typische Rückprojektions-Installation

  • Die Aufprojektion ist eine Weiterentwicklung der Rückprojektion und liefert deutlich kontrastreichere Hintergründe als sein „Vorgänger“.

  • Clark, der Held der Erfolgsserie „Superman“ fliegt nur Dank der Bluebox/Greenbox-Technik durch die Wolken.