Postproduktion, 3D/Stereoskopie

Stereoskopische Ausgabe mit 3D-Software ohne Zusatz-Plug-Ins

Kurz und Knapp: Tipps zum stereoskopischen Rendern
  • Augenabstand: Nicht übertreiben! Bei zu weitem Abstand zwischen linker und rechter Kamera ist der Perspektivunterschied eventuell zu groß um von Gehirn noch verarbeitet zu werden. Zudem erscheinen die abgebildeten Objekte viel kleiner, da sich deren Größe im Verhältnis zum simulierten Augenabstand verringert.
  • Texturen: Nur, wo auch Strukturen sichtbar sind, kann ein Punkt einer bestimmten Raumtiefe zugeordnet werden. In der Realität gibt es keine perfekten Flächen. Texturen sollten allerdings nicht zu kleinteilig sein, damit Interferenzen vermieden werden.
  • Weitwinkel: Auch wenn der Weitwinkel-Effekt beeindruckende Ergebnisse liefert, sollte man die verwendete Brennweite dem normalen Sehen anpassen. In der Fotografie wird eine Brennweite von 50 mm als „Normalbrennweite“ bezeichnet. Bezogen auf eine Filmgröße von 36 mm ergibt das ein Gesichtsfeld von ca. 40°.
  • Kontraste: Je nach Verfahren, mit dem die Bildtrennung für das linke und rechte Auge erfolgt, können zu starke Kontraste zum so genannten „Ghosting“ führen. Gerade sehr helle Objekte, wie Lichtreflexe auf schwarzem Hintergrund, können im Farbanaglyph- Verfahren nicht korrekt getrennt werden und führen zu Irritationen.
  • Konvergenzpunkte: Die Punkte, an denen sich die Blicklinien von linkem und rechtem Auge kreuzen. Konvergenzpunkte, die vor der Projektionsebene liegen, sollten sparsamer verwendet werden und sich nicht mit dem Bildrand schneiden.


  • Links: Falsches Setup - Was für längere Brennweiten noch funktioniert, versagt im Weitwinkelbereich. Die beiden Bildebenen sollten eigentlich identisch sein. Rechts: Das Resultat - Ursprünglich waagerechte Linien weisen unterschiedliche Winkel auf, der 3D-Eindruck ist gestört oder geht ganz verloren.

  • Links: Parallele Ausrichtung - Nutzbar ist nur der hier rot markierte Bereich. Zudem muss noch der Konvergenzversatz in der Nachbearbeitung optimiert werden.

    Rechts oben: Direkt übereinander gelegt erscheint das Bild so. Die 3D-Wirkung ist mit viel Mühe erkennbar. Der Bildinhalt schwebt scheinbar vor der Projektionsebene.

    Rechts unten: Hier wurde der Konvergenzversatz optimiert. Die Augen der kleinen Statue sind genau auf der Projektionsebene. Die farbigen Bereiche links und rechts enthalten keine räumliche Information und müssen abgeschnitten werden.

  • Perfektes Ergebnis: Nun sind auch die waagerechten Linien deckungsgleich. Das Auge wird trotz Weitwinkel nicht irritiert.

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