Postproduktion, Schnitt

Was ist MPEG-4?

Der nächste Schritt ist die Komprimierung des Farbraums durch Umwandlung der Farbinformation und Aufteilung in sogenannte Macroblöcke, deren Farbinformation noch weiteren Analysen unterzogen wird.

Beim Group Of Picture Management wird eine Gruppe von Bildern zusammengefasst und in einem Datenpaket, aufgeteilt in I-, B- und P-Frames komprimiert.

Wer einmal mittels Einzelbildschaltung sein Video betrachtet, wird feststellen, dass die Unterschiede zwischen zwei Bildern relativ gering sind, außer bei schnellen Bewegungen und beim Szenenwechsel. Genau hier setzt nun MPEG-1 an. Ein beliebiges Ausgangsbild wird mit nur geringer Kompression digitalisiert. Diese Referenz wird I-Frame (Intra-Frame) genannt. Gewöhnlich ist bei MPEG-1 nur jedes 12. Oder 15. Bild (also alle halbe Sekunde bei PAL bzw. NTSC) ein I-Frame. Um die Änderungen zwischen beiden zu ermitteln, wird es in Macroblöcke zu 16 x 16 Pixel zerlegt. Durch diverse mathematische Verfahren werden die Änderungen in zeitlicher wie in räumlicher Ebene ermittelt. Damit liefert ein I-Frame die Ausgangsdaten für zwei weitere, nämlich die P- und B-Frames.

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Ein P-Frame (Predicted-Frame) beinhaltet nur die Unterschiede zum vorhergehenden I-Frame oder einem anderen P-Frame, kann aber seinerseits wieder als Referenz für eine Änderung dienen, da es auch Informationen über das nächste Bild enthält. Deshalb darf die Kompressionsrate auch hier noch nicht zu hoch sein (etwa Faktor 3 gegenüber dem I-Frame). Eigentlich ist es bereits kein Bild mehr, sondern nur noch ein Datenblock, der in Bezug zum Ausgangsbild und den B-Frames steht. Das B-Frame (Bidirectional-Frame) lässt sich am höchsten komprimieren, benötigt aber, wie der Name schon andeutet, Informationen des letzten, aber auch des nachfolgenden Bildes. Das kann ein I-, ein P- oder auch ein weiteres B-Frame sein. Allerdings darf man sich hier nicht mehr ein Bild im wörtlichen Sinne vorstellen, sondern nur ein Datenpaket, das einen Näherungswert aus dem letzten und dem folgenden Bild enthält. Die Organisation der I-, B- und P-Frames wird in Gruppen, sogenannten GOP s (Group Of Pictures) vorgenommen. Dabei ist nicht vorgeschrieben, dass alle Bildtypen vorhanden sein müssen. So kann die Codierung nur aus I-Frames bestehen, was qualitativ zwar das beste Ergebnis liefert, aber auch den meisten Speicherplatz benötigt. Ein guter Kompromiss ist eine I-P-Frame Codierung, wobei die P-Frames so gesetzt werden müssen, dass deren Abstände ein Vielfaches der I-Frames betragen, also z.B. jedes zweite oder vierte einer Gruppe ein P-Frame ist.



  • Beim Group Of Picture Management wird eine Gruppe von Bildern zusammengefasst und in einem Datenpaket, aufgeteilt in I-, B- und P-Frames komprimiert.

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