Postproduktion, Schnitt

Was ist MPEG-4?

Die höchste Kompression wird mit B-Frames erzielt. Je mehr B-Frames innerhalb einer Bildgruppe erzeugt werden, um so geringer ist der Speicherbedarf, aber auch die Bildqualität. Gleichzeitig steigt der Rechenaufwand, da die Bilder erst aus den unterschiedlichen Datenblöcken rekonstruiert werden müssen.

Da nur die Eigenschaften der oben genannten Bildtypen festgelegt sind, nicht aber deren Abfolge, kommt es, je nach verwendeten Codec, zu unterschiedlichen Ergebnissen. MPEG-1 scheidet aufgrund der Digitalisierung nur eines Halbbildes und der begrenzten Auflösung für die Videobearbeitung aus.

Als Speichermedium für das alternde Videoarchiv ist er nur begrenzt zu verwenden, da allenfalls VHS-Niveau möglich ist. Bei Hi 8 oder S-VHS Aufnahmen geht zuviel Qualität verloren. Des Weiteren eignet sich der MPEG-1 Standard nicht sehr gut für detailreiche Videosequenzen mit viel Bewegung (z.B. Sport). Auch bei Schwenks oder Zoomfahrten stößt dieses Komprimierungsverfahren an seine Grenzen. Dann werden an Objektkanten oder feineren Bilddetails meist sogenannte Bewegungsartefakte kleine Klötzchen sichtbar. Für Anwendungen, bei denen es mehr auf den Inhalt als auf die Qualität ankommt, ist MPEG-1 als Komprimierungsstandard jedoch gut geeignet.

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Zur Sicherung und Nachbearbeitung in S-Video Qualität eignet sich MPEG-2 besser. Es basiert im Wesentlichen auf der MPEG-1 Technologie, komprimiert aber beide Halbbilder und arbeitet mit der vollen PAL- bzw. NTSC-Auflösung. Insgesamt wurden für MPEG-2 vier Substandards verabschiedet:

  • Low (352 x 288 Pixel mit 1,5 bis 4 Mbit/s.) für die Kompatibilität mit MPEG-1.
  • Main (720 x 576 Pixel) mit bis zu 15 Mbit/s. für DV, digitales Fernsehen und DVD.
  • High 1440 (1140 x 1152 Pixel) mit 60 Mbit/s für HDTV im 4:3 Format
  • High (1920 x 1080 Pixel) mit 80 Mbit/s. für HDTV im 16:9 Format.

MPEG-2 ist als Komprimierungsstandard für die DVD weithin bekannt, die Qualität überzeugt auch Profis. Fernsehanstalten und Medienkonzerne nutzen das Komprimierungsverfahren zur digitalen Übertragung via Satellit, da sich damit mehrere Programme auf einem Kanal gleichzeitig senden lassen. Die Berücksichtigung beider Halbbilder, die größere Anzahl von Macroblöcken zur exakteren Bildanalyse sowie der größere Farbraum machen MPEG-2 auch für die Videobearbeitung interessant. Professionelle Schnittsysteme wie Silver von Fast arbeiten mit dem I-Frame-only-Format. Hier werden keine P- oder B-Frames erzeugt, weshalb auf jedes Einzelbild zugegriffen werden kann. Da jedes für sich komprimiert wird, ist der Speicherplatz nicht wesentlich geringer als bei M-JPEG basierenden Systemen. Dafür entfallen aufwändige Berechnungen von Zwischenbildern, die Schnittsysteme arbeiten schneller und präziser. Werden zusätzlich auch P-Frames gespeichert, erhöht sich zwar der Rechenaufwand etwas, doch der Speicherplatzbedarf sinkt bereits merklich.

Den meisten Rechenaufwand benötigen Schnittsysteme nach dem I-B-P Frame-Verfahren, da hier die Zwischenbilder wieder aufwändig rekonstruiert werden müssen. Mit Prozessoren unter 500 MHz Taktfrequenz arbeiten solche Systeme in der Regel nicht sauber. Die Grenzen dieses Verfahrens machen sich beim Anfahren eines Schnittpunktes per Einzelbildschaltung bemerkbar: Erfolgt der Bildwechsel zu schnell, kommt es zu Bildsprüngen von mehreren Bildern, der Schnittpunkt muss erneut, diesmal langsamer angefahren werden. Bei Schnittprofis ist daher das I-B-P Frame- Verfahren nicht sehr beliebt. Ganz anders bei der Produktion von DVD s. Das Filmmaterial wird dafür in der Regel nach diesem Verfahren komprimiert, da beim Nutzer keine Nachbearbeitung mehr erfolgt.



  • Beim Group Of Picture Management wird eine Gruppe von Bildern zusammengefasst und in einem Datenpaket, aufgeteilt in I-, B- und P-Frames komprimiert.

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