Drehbuch, Kamera/Bildgestaltung, Postproduktion, Regie

Wie ein Film entsteht

Das Drehbuch sollte alle für den Dreh notwendigen Informationen enthalten. Erweiterte Formen des Drehbuchs nennt man Shooting Script. Beispiel eines Shooting Scripts sehen Sie im Kasten „Cameraman“. Viele Filmproduktionen arbeiten auch mit einem Storyboard, einem visualisierten Drehbuch, in dem die einzelnen Szenen skizzenhaft dargestellt werden. 

Organisation ist das halbe Leben 

Sind die inhaltlichen Fakten gesammelt, dann geht es an die Organisation. Abgabetermin, Filmlänge und die technischen Voraussetzungen sind meist vorgegeben – egal, ob Sie an einem Wettbewerb teilnehmen oder eine Filmproduktion im gewerblichen Bereich durchführen.

Einen Film können Sie immer nur mit Teamkollegen durchführen (Ausnahme: Animationsfilm). Im „New Culture 

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Filmbereich“ werden Sie voraussichtlich mehrere Rollen selbst übernehmen. So ist es durchaus üblich, dass Sie als Filmemacher das Drehbuch selbst verfassen, Regie führen, die Organisation durchführen und die Kamera übernehmen. Vielleicht spielen Sie sogar noch eine kleine Rolle in Ihrem Meisterwerk. Aber für die anderen Rollen müssen Sie sich Schauspieler besorgen, entweder im Freundes- oder Familienkreis, über das Internet oder über örtliche Presse, die sich evtl. bereit erklären über Ihr Projekt zu berichten.

Legen Sie die Drehorte fest. Für manche öffentlichen Orte, wie Bahnhöfe usw. müssen Sie auch Drehgenehmigungen einholen. Planen Sie dann den Dreh ganz genau. Teilen Sie das Drehbuch in Drehtage auf. Dabei müssen Sie nicht chronologisch vorgehen. Drehen Sie z.B. zuerst alle Innendrehs hintereinander. Dann alle Außendrehs, die an einem bestimmten Ort, z.B. in einer Kirche stattfinden, an einem Tag. Teilen Sie dazu das Drehbuch in sinnvolle Abschnitte.

Für einen professionellen Spielfilm rechnet man pro Drehtag mit einer Ausbeute von ca. 2-3 Minuten Spielfilmlänge. Das bedeutet, für einen 90 Minuten langen Spielfilm werden etwa 30 – 40 Drehtage veranschlagt. Rechnen Sie für einen 5 Minuten Kurzfilm, je nachdem wie viele unterschiedliche Drehorte Sie geplant haben, mit etwa 2 – 5 Drehtagen.

Informieren Sie alle Beteiligten über den Drehplan und die genauen Einsatztage und -orte.

Die Schauspieler sollten alle das Drehbuch vorliegen haben, damit sie die Texte und Emotionen einstudieren können.

Der Dreh

Alles ist perfekt geplant, der erste Drehtag rückt näher. Zur von Ihnen bestimmten Uhrzeit trifft das Team ein.

Jetzt liegt es an Ihnen, klare Anweisungen zu geben. Sie sind der Chef und müssen sagen, wo es langgeht. Die Protagonisten erwarten von Ihnen die entsprechende 

Anleitung und Führung. Ihr Film besteht ja bereits in Ihrem Kopf und auf dem Papier im Drehbuch. Sprechen Sie im Vorfeld mit den Schauspielern die Szene durch. Geben Sie dem Kameramann die Anweisungen, wie Sie sich die Szene vorstellen. Ein guter Kameramann wird auch seine Ideen und Vorstellungen einbringen. Hören Sie sich an, was er zu sagen hat. Oft sieht er die Szene noch einmal von einem anderen Standpunkt aus und liefert gute Ideen oder Verbesserungsvorschläge.

Halten Sie die Zügel in der Hand, aber lassen Sie die anderen Beteiligten an der Entstehung Ihres Films teilhaben. Oft ergeben sich während des Drehs noch interessante und emotional sinnvolle Dialoge oder Filmsituationen, die es Wert sind, eingefangen zu werden. 



  • Neugierde kann nicht nur durch interessante Inhalte, sondern auch durch eine abwechslungsreiche Bildsprache oder spannende Kameraführung erzeugt werden. Hier im Bild Kameramann Benedikt Fuhrmann für den Kinofilm „Pension Freiheit“

  • Drehbuchseite und Szenen aus „Pension Freiheit“

  • Szene 33

  • Szene 34

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