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Camgaroo Productions: Voiceover und sendertaugliches Material

 Mittwoch, 03. März 2021: Camgaroo Productions macht die spannende Dokumentation "Human Holes" von Paul Henschel sendertauglich inklusive professionellen deutschsprachigen Voiceovers. Alles über die Entstehung des Beitrags über Obdachlose in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator lesen Sie im folgenden Interview.

Paul Henschel ist 1987 in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er Journalistik in Bremen und Manipal (Indien). Während des Studiums fotografierte er viel und drehte erste kurze Video-Reportagen. Seine erste längere Dokumentation „Construction Workers“ drehte er parallel zu seinem Auslandssemester in Indien. Anschließend war er als Videojournalist tätig. Inzwischen arbeite er als Regisseur und Kameramann und produziert Filme für Künstler und Unternehmen. Das Interview führte Gabriele Lechner

Wann hast Du festgestellt, dass Filmemachen Deine Leidenschaft ist?

Mein Opa war Kunstmaler und er nahm mich schon als Kind mit auf Kunst-Ausstellungen. Rückblickend war das mein erster Kontakt mit Kunst im Allgemeinen. Das Interesse für Filmemachen kam dann mit der Zeit automatisch, allerdings recht spät. Meine erste Kamera hatte ich erst mit 21 Jahren.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, in Ulan Bator über die Human Holes zu drehen?

Die Idee hat sich organisch ergeben. Als Journalist, der ich zu dem Zeitpunkt war, ist man immer auf der Suche nach unerzählten, spannenden Geschichten. 2014 habe ich nach zehn Jahren einen alten Schulfreund wiedergetroffen, der in der Mongolei geboren und nach der 10. Klasse dorthin zurückgezogen ist.

Er hat mir dann von dem Leben in der Mongolei erzählt, unter anderem von den Menschen, die dort in den Abwasserrohren leben. Ich habe dann angefangen zu recherchieren und mich entschlossen, rüber zu fliegen.

Niemand hat so recht an den Film geglaubt, aber Du hast es ganz alleine trotzdem durchgezogen. Was war Dein Antrieb?

Ich hatte mich zwar bei nur einer Produktionsfirma mit der Geschichte beworben, aber das Feedback war, dass ich noch mehr Zeit ins Konzept stecken und erstmal nur zur Recherche hinfliegen solle, um mir die Lage anzusehen.

Ich hatte aber den Wunsch, direkt zu drehen, und da mir die Produktionsfirma sowieso keine finanzielle Unterstützung anbot, habe ich das auch getan. Ein weiterer alter Schulfreund, Andreas Eisenach, half mir dabei ein grobes Konzept aufzuschreiben und er hat mich insbesondere auch bestärkt, das Projekt durchzuziehen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt kurz nach dem Studium auch keinerlei finanzielle Rücklagen und auch keine Perspektive auf eine Re-Finanzierung meiner privaten Auslagen. Das war also schon ein Risiko für mich, aber ich wollte die Geschichte unbedingt erzählen.

Wie hast Du Dich den Menschen angenähert und gab es dabei Probleme?

Vor Ort habe ich meinen späteren Producer & Dolmetscher Enkhtsag Damdinjav kennengelernt. Er hat beim Roten Kreuz gearbeitet und konnte sich ein paar Tage frei nehmen, um mir bei den Filmarbeiten zu helfen. Dass Enktsag beim Roten Kreuz gearbeitet hat, hat natürlich enorm geholfen, Vertrauen aufzubauen. Wir sind anfangs in der Stadt rumgefahren und haben erstmal nur versucht mit den Obdachlosen zu reden. Es hat einige Tage gedauert, bis wir die Gruppe um Chingis und den halb-blinden Battulga angetroffen haben, die ich dann als Protagonisten ausgewählt habe.

Wir haben erstmal viel Zeit miteinander verbracht ohne zu filmen. Chingis Frau, Chimgeee wollte beispielsweise anfangs überhaupt nicht gefilmt werden, aber im Laufe der Dreharbeiten war sie daran interessiert ihre Perspektive zu erzählen. Probleme gab es immer mal wieder. Manchmal ist die Stimmung unter den Protagonisten extrem aggressiv geworden und da ich die mongolische Sprache nicht verstehe, konnte ich die Situation natürlich schlecht einschätzen.



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