Test, Kamera

Canon XA 25 - multifunktional wie ein Schweizer Taschenmesser

 Mittwoch, 25. September 2013: Sie sind ambitionierter Videofilmer und auf der Suche nach einem Camcorder, der klein genug fürs Handgepäck ist, aber professionelle Ausstattungsdetails bietet? Die XA-Serie von Canon zielt auf dieses Klientel ab. Der kompakte Henkelmann XA 10 machte den Anfang. Nun ist sein Nachfolger XA 20 bzw. der zusätzlich mit einem SDI-Ausgang versehene XA 25 da - mit ein paar Neuerungen und gelungenen Verbesserungen im Detail.

Neues Objektiv

Die erste und wohl meistgewünschte Verbesserung ist der neue, optische 20-fach Zoom, der den Camcorder nun etwas größer erscheinen lässt als den Vorgänger, aber wesentlich mehr Freiheiten bei der Bildgestaltung erlaubt. Trotz der langen Brennweite von 27-570 mm (Kleinbildäquivalent) ist es mit 1:1,8-2,8 sehr lichtstark geblieben. Dank der 3 Megapixel trägt der CMOS-Bildsensor ebenfalls dazu bei. 1 Megapixel mehr an Kapazität gegenüber dem Vorgänger ermöglicht einen digitalen Telekonverter, der die Brennweite elektronisch verdoppelt - bei voller HD-Auflösung. Den verlustbehafteten Digitalzoom gibt es noch (400x), man fragt sich nur wofür. Die Gegenlichtblende des Objektivs ist etwas größer als beim XA10 und hat einen anderen Verschlussmechanismus zum Schutz der Frontlinse erhalten. Dahinter sitzt der griffige Objektivring, der sich wahlweise für die manuelle Fokussierung oder für das Zoomen von Hand umschalten lässt. Für Perfektionisten lassen sich im Menü noch Ansprechverhalten und Fokussiergeschwindigkeit in mehreren Stufen einstellen, gleiches gilt auch für die Zoomwippen in Hand- und Tragegriff. Die Iris-Blende besteht aus 8 Lamellen, damit bei einem unscharfen Hintergrund keine rautenförmigen Strukturen entstehen.

Blendenregelung wie beim Vorgänger

Womit wir beim gestalterischen Filmen sind: Bewusste Freistellungen von Motiven gelingen dank des 20-fach Zooms und des 1/2,84“ Bildsensors recht ordentlich, ein Bildausschnitt ab mittlerer Brennweite und eine möglichst große Blendenöffnung vorausgesetzt. Und hier hat sich gegenüber dem Vorgänger nichts geändert: Eine manuelle Blendensteuerung ist zwar möglich, aber nur bis f=8. Mittels Verschlusszeit basierender Blendensteuerung sind auch bei hellem Tageslicht große Blendenöffnungen möglich, jedoch sorgt die kurze Shutterzeit für stroboskopartige Effekte bei Bewegungen, die nicht im - mer erwünscht sind. Für solche Fälle gibt es - wie beim Vorgängermodell- die Graufilterautomatik. Wird sie aktiviert, werden ab Blende 4 zunächst drei Graufilter zugeschaltet, die die einfallende Lichtmenge auf die Hälfte, ein Viertel oder ein Achtel des Lichts reduzieren. Für gestalterische Experimente ein kleines Manko, denn an der Schärfentiefe ändert sich dabei nichts, da die Blendenöffnung unverändert bleibt. Erst nach ND 1/8 geht es mit der Blendenreihe weiter. Wer die ND-Filter schon bei kleineren Blendenwerten als f=4 einsetzen möchte - was gerade bei Anfangsblenden von 1,8-2,8 bessere Freistelleffekte ermöglicht - wird auf die ND-Automatik verzichten und separate ND-Filter bzw. einen Vario-ND Filter vor das Objektiv schrauben. Weiter als bis f=8 schließt die Irisblende nicht, um Beugungsfehlern vorzubeugen, die bei noch kleineren Öffnungen zu leichten unscharfen Abbildungen führen würden.

Full-HD-Aufnahmen – eine reine Freude

An die Freunde großer Bildsensoren und deren kleinen Schärfebereiche sei dies gerichtet: Der XA 20/25 liefert ganz ohne lästige Kantenaufsteilung so detailreiche und klare Videos, dass es eine wahre Freude ist, solche auch im Hintergrund scharfen und fein gezeichneten Full-HD Aufnahmen auf einem großen HD-Display zu betrachten. Objekte lassen sich auch mit der Wahl des richtigen Lichts freistellen bzw. hervorheben.



  • Canon XA 25

    Canon XA 25

  • Der Cinemafilter "Erinnerung" nimmt die Farbsättigung zurück und legt eine leichte Unschärfe darüber, die in einem Softspot zu den Rändern in hellgrau verläuft. Die meisten der 9 Cinema-Looks lassen noch individuelle Eingriffe zu.

    Der Cinemafilter "Erinnerung" nimmt die Farbsättigung zurück und legt eine leichte Unschärfe darüber, die in einem Softspot zu den Rändern in hellgrau verläuft. Die meisten der 9 Cinema-Looks lassen noch individuelle Eingriffe zu.

  • Der Weitwinkel des XA 25 mit 26,8 mm Kleinbildäquivalent macht entsprechende Vorsätze in den meisten Aufnahmesituationen überflüssig.

    Der Weitwinkel des XA 25 mit 26,8 mm Kleinbildäquivalent macht entsprechende Vorsätze in den meisten Aufnahmesituationen überflüssig.

  • Bei schlecht beleuchteten Motiven geht die automatische Signalverstärkung (AGC) in die Vollen, und sorgt für teilweise verrauschte und zu helle Aufnahmen, wie bei diesen Quallen. Die Aufnahme darunter entstand mit +12 dB.

    Bei schlecht beleuchteten Motiven geht die automatische Signalverstärkung (AGC) in die Vollen, und sorgt für teilweise verrauschte und zu helle Aufnahmen, wie bei diesen Quallen. Die Aufnahme darunter entstand mit +12 dB.

  • Bei Landschaftsaufnahmen zeigt der XA 25 seine Qualitäten: Auch entfernte Details werden noch sauber aufgenommen.

    Bei Landschaftsaufnahmen zeigt der XA 25 seine Qualitäten: Auch entfernte Details werden noch sauber aufgenommen.

Canon XA 25