Interview

Jonas Leonhard, Sieger Camgaroo Award 2019 Kurzfilm "Emotionen"

 Donnerstag, 05. November 2020: Jonas Leonard wurde am 29.08.1998 in Neunkirchen-Seelscheid (NRW) geboren. Mit 15 Jahren gewann er zwei Deutsche Jugendfilmpreise und betrieb einen YouTube Channel mit seinen Fil- men, auf die er mehrere Millionen Klicks bekam. Nach dem Abitur lief er alleine den 750km lan- gen Jakobsweg, fuhr über einen Monat mit dem Fahrrad durch Island und reiste 5 Wochen durch Europa. Dabei entstanden weitere Filme. Seit 2 Jahren macht er eine Ausbildung in den Bavaria Filmstudios in München. Das Interview führte Gabriele Lechner

Wann hast Du festgestellt, dass Filmemachen Deine Leidenschaft ist?

Im Alter von ungefähr 8 Jahren. Damals habe ich Fotos von meinen Lego Figuren mit einer Digitalkamera gemacht und dann auf dieser schnell hintereinander anfeschaut. So entstand eine Bewegung. Ich habe diese „Filme“ dann meinen Eltern auf der Kamera gezeigt.

Du bist Azubi bei der Bavaria Film GmbH? Welche Ausbildung durchläufst Du?

Seit zwei Jahren mache ich dort eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton.

Du hast das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und die Produktion gemacht. Wie bist Du auf die Filmidee zu „Bobby Braun“ gekommen?

Ich habe die Biografie „Deutsch sein und schwarz dazu“ von Theodor Michael gelesen und war sehr bewegt von dem, was dort geschildert wird. Das hat mich dazu inspiriert einen Film zu machen, der zeigt, wie absurd Rassismus und Vorurteile sind.

Wie kam es zur Produktion des Films, Ihr habt ja wohl Euren ganzen Urlaub dafür geopfert?

Durch meine Ausbildung kenne ich sehr viele junge Filmbegeisterte, die mit sehr viel Engagement an diesem Film mitgearbeitet haben. Jeder hat dafür Freizeit geopfert, aber das Projekt hat uns allen großen Spaß gemacht und uns zusammen geschweißt.

Die Bavaria Film GmbH war nicht an der Produktion beteiligt, richtig?

Das ist richtig. Der Film ist ein privates und damit selbstfinanziertes Projekt von mir. Die Bavaria hat uns aber großzügig mit Equipment, Kulissen und Requisiten unterstützt. Gerade meine Ausbilder haben sehr viel ermöglicht.

Wie viele Drehtage habt Ihr für den Film gebraucht und ca. wie viele Menschen waren Vorort dabei?

Wir haben 5 Tage à 12 Stunden am Stück gedreht. Dabei gab es einen Nachtdreh bis 6 Uhr morgens. Das Team bestand aus 20 Leuten. An einem Tag waren inklusive Komparsen ca. 60 Menschen am Set.

Gab es irgendwelche Probleme oder auch lustige/außergewöhnliche Ereignisse beim Drehen?

Ein großes Problem war der Regen, den wir an dem Tag bekamen, an dem wir draußen gedreht haben.

Blöderweise waren es auch noch Regenschauer, sodass es in manchen Einstellungen geregnet hat und in anderen wiederum nicht. Eigentlich hatte ich mir die Szene bei strahlendem Sonnenschein vorgestellt.

Jetzt musste ich sogar im Nachhinein Fake Regen via Software einfügen, um das Continuity Problem zu lösen.

Woher hattet Ihr die Oldtimer?

Ich habe Oldtimer Vereine aus dem Umkreis München kontaktiert und sie gefragt, ob sie Lust hätten bei unserem Film mitzuwirken. Tatsächlich habe ich eine sehr postitive Rückmeldung bekommen. Am Ende wurden uns mehr Oldtimer zum Dreh angeboten, als wir benötigt hätten. Zum Dreh erschienen schließlich 9 Wagen mit Fahrern, die ihre Oldtimer selber durchs Set gefahren haben. Das war wirklich toll!

Welche Technik habt Ihr verwendet (Kamera, Software, Hardware, Postproduktion …)

Wir haben mit einer SONY FS5 und Zeiss Optiken gedreht. Licht- und Bühnentechnick hat uns CINEMOBIL zur Verfügung gestellt. Geschnitten und gegradet wurde in DaVinci Resolve.



  • Jonas Leonard im Interview

    Jonas Leonard im Interview

  • Dreharbeiten zu "Bobby Braun"

    Dreharbeiten zu "Bobby Braun"

    Das könnte Sie auch interessieren:

    Keine verwandten Artikel gefunden.